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Königsscheiben
PrilopDie Scheibe links ist die älteste noch erhaltene Königsscheibe in Gifhorn. Sie stammt aus dem Jahre 1935. Schützenkönig war der damalige Major Otto Prilop. Die Scheibe zeigt noch, wie früher üblich, ein Jagdmotiv.

Heute werden die Königsscheiben werden in Handarbeit anfertigt. Das Überbringen der Scheibe findet im Rahmen einer Feierlichkeit am Vorabend des Schützenausmarsch statt.

Die rechts stehende Scheibe von Wilhelm Fricke ist eine Besonderheit. Während des 2. Weltkrieges und in der Zeit der Alliertenbesatzung war jeglicher Schießbetrieb verboten und es fanden keine Schützenfeste statt. Das letzte Schützenfest vor dieser Zeit wurde 1939 gefeiert, danach ging es erst 1950 weiter. So kam es, dass der KönigFricke von 1939 - Wilhelm Fricke - die längste Amtszeit hatte, er war elf Jahre lang Gifhorner Majestät.

Auf seiner Scheibe kann man nun sehen, was seitdem für alle Scheiben gilt: Sie zeigen keine allgemeinen Jagdmotive mehr, sondern werden speziell auf den König abgestimmt bemalt. Wilhelm Fricke war "Ackerbürger". Genauso war man früher mit den Silberplaketten der alten Königskette verfahren, auch hier weist jede Plakette auf den Stifter hin.

Auf diese Weise gibt es in Gifhorn Scheiben, die mit dem Haus des Königs bemalt wurden, Scheiben, auf denen der VW-Käfer zu sehen ist, Scheiben, die die Symbole der freiwilligen Feuerwehr tragen oder auch die der Fahnengruppe, Scheiben mit Posthörnern oder Sparbüchern, mit Bauarbeitern und Familienwappen.

Bei jeder USK-Veranstaltung kommen die Scheiben zu neuen Ehren, sie werden von der Fahnengruppe aus ihren Kisten geholt und im Schützensaal aufgehängt.

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Der andere Mann
Traditionell heißen in Gifhorn die beim Königsschießen Zweit- bis Viertplazierten erster, zweiter und dritter Andermann. Dies ist selbst in unserer Gegend unüblich, wo man meist von Rittern oder kleinen Königen spricht.

Die Bezeichnung Andermann geht auf die neue Schützenordnung von 1704 zurück. Erwähnt wird eine zweite Wiese, die "der andere Mann, so nächst dem Schützenkönig den besten Schuß thut", als Preis für ein Jahr zur Verfügung hatte.
Auch hier erwähnt der Bericht von 1710 die Bezeichnung nochmals:

Der andere Mann die kleine Wiese das Jahr genutzet [...]
"Der andere Mann" bezog sich auf den Zweitplazierten, ursprünglich war auch nur dieser damit gemeint, denn anschließend spricht man vom "dritten und vierten Mann". Über die Jahre hat sich die Bezeichnung Andermann eingeschlichen und im Laufe der Zeit dehnte sie sich auch auf die nächsten beiden Schützen aus.
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Silberteller
Bis 1815 oblag der Ausschank beim Scheibenschießen der Stadt Gifhorn. In diesem Jahr aber änderte man das und der Ausschank wurde einem Festwirt übergeben. Für das ihm jetzt zustehende Schießgeld verlangte man eine Gegenleistung:
Pächter muß 4 Zinnern Schüsseln, welche 6 Reichstaler Convent-Münze werth seyn, geben, nemlich eine große Kumpen-Schüssel und 3 flache Schüsseln.
Der Wirt war so für die Beschaffung der Schießpreise zuständig. Inzwischen verteilt man keine "Zinnern Schüsseln" mehr, sondern überreicht am Schützenfestfreitag dem König und seinen drei Andermännern Silberteller zur Erinnerung. Auch macht das nicht mehr der Festwirt, sondern der Bürgermeister, denn die Teller werden heute wieder von der Stadt Gifhorn gestiftet.
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Freitagswiese
Bereits 1661 ist von einer Schützenwiese die Rede, die der beste Schütze als Siegespreis für ein Jahr abernten konnte. Auch ein Bericht von 1710, dessen Sinn es war die Braunschweigisch-Lüneburgische Regierung über die Vergünstigungen der Gewinner des Scheibenschießens zu informieren, spricht von einer Wiese:
Sein zwey Wiesen, als eine große und eine kleine, die Schützen- Wiesen genanndt, vorhanden, davon hat derjenige, so den Besten Schuß gethan, die große Wiese das Jahr frey geerntet [...]
Ausgeschossen wird die Wiese auch heute noch, allerdings bekommt der Gewinner keine Wiese mehr zur Verfügung gestellt. Der Preis wird in bar von der Stadt ausgezahlt. Und es ist auch nicht mehr automatisch der König der diesen Preis erringt, die Freitagswiese wird extra ausgeschossen.

Der bei diesem Wettbewerb Erstplazierte erringt die Freitagswiese und damit einen Geldpreis. Der Zweitplazierte erhält den Flatower Pokal. Innerhalb des USK gibt es in diesem Rahmen einen weiteren Wettbewerb: Der beste Schütze unseres Korps erhält die 1977 von Horst Calberlah gestiftete Kette des Wiesenkönigs.

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Quellen:
"Eintracht und Bürgersinn", Günther Weinhold
Festschrift "150 Jahre USK Gifhorn von 1823 e. V."

Festschrift "175 Jahre USK Gifhorn von 1823 e. V."