| 9. Zug
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Kompanie > 9. Zug
Unsere Vortänzer
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So ein Schützenzug im USK braucht einen
Anführer, damit auch
der einfach gestrickte Schütze stets weiß wo vorne ist. Um
zu verhindern, dass ein Anführer mit einem gemeinen Schützen
verwechselt wird, trägt die Zugelite glänzende
Schulterstücke und statt des Gewehrs einen Säbel, auch
Pommespieker genannt.
Im 9. Zug verfügen wir über enorme Ressourcen was Eliten
betrifft. Deshalb wechseln wir unsere Anführer auch recht
häufig aus:
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Zugführer |
Zugfeldwebel |
2010
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Mark Zierold
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Michael Notbom
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2008-2010
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Frank Behling
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Henry Seeland
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| 2006-2008 |
Andree Kepper
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Lothar Voges
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| 2002-2006 |
Dr. Detlef Eichner |
Götz
Kirchner |
| 1999-2002 |
Carsten Behling |
Lothar Gedenk |
| 1994-1999 |
Dr. Stefan Armbrecht |
Michael
Böttcher |
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Festschrift "10 Jahre 9. Zug im USK
Gifhorn"
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Redaktion:
Dr.
Detlef
Eichner, Andreas
Kühne, Jörg Sievers.
... denn sie wissen nicht, was sie tun
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Es
ist
spät in der Nacht. Lichtfinger kämpfen sich mühsam durch
die von Zigarettenrauch geschwängerte Luft in Mücks
Weinkeller. Die Wirtin hinter der Theke macht wie immer einen genervten
Eindruck.
Drei junge Männer an einem mit leeren Gläsern
überfüllten Tisch stört das nicht. Sie sind völlig
von einer Idee gefesselt, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen
soll. Sind sie sich der Konsequenzen ihres Tuns bewusst? Man spricht
sich gegenseitig Mut zu, sagt "Das wird schon klappen!" Dann hauen sie
sich vor Begeisterung auf die Schenkel und bestellen noch eine Runde.
Ihr Mut überrascht sie selbst. Dann wieder werden sie ganz still.
Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach, zweifelt.
In einer Lache aus verschüttetem Wein und Bier, mitten zwischen
den leeren Gläsern, liegt ein Block auf dem Tisch, daneben ein
Kugelschreiber.
Die jungen Männer schauen sich gegenseitig an. Es ist ein Kampf
mit den Augen: Wer von ihnen gibt nach und ergreift den Stift? Wer wagt
den entscheidenden Schritt und macht aus einer wein- und bierschweren
Idee Realität? Da, ein Zucken! Mark Zierold und Andreas
Beulshausen atmen erleichtert aus. Nicht sie sind es, die nachfolgenden
Generationen und vor allem ihren Freundinnen Rechenschaft ablegen
müssen. Stefan Armbrecht ergreift die Initiative und den
Kugelschreiber.
"Viel Fein, viel Ehr", murmelt er kaum hörbar und zieht den
veltinsnassen Block zu sich heran.
Der junge Tierarzt betätigt sich wieder einmal als Geburtshelfer.
Vielen Tieren hat er schon auf die Welt geholfen. Doch was hier das
Licht der Gifhorner Schützenwelt erblicken soll, ist ein Urviech,
eine unerhörte Kreatur, etwas Undenkbares! Nach 60 Jahren wird die
Leiche des 9. Zuges im USK intensivmedizinisch wiederbelebt. Es ist
Freitag, der 10. Juni 1994.
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Das Unmögliche wird möglich
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Mark
Zierold
und
Stefan Armbrecht haben ein mulmiges Gefühl. "Du
hast erklärt, worum es geht?" fragt Mark seinen langjährigen
Freund. Dieser nickt. "Und du bist dir sicher, dass der Major nicht
scherzt?" "Majore scherzen nie. Das Schützenwesen ist eine ernste
Angelegenheit", antwortet Stefan mit einer Selbstsicherheit, die nicht
seiner tatsächlichen Gefühlslage entspricht.
Es ist Montag, der 13. Juni 1994. Mark und Stefan haben eine Einladung
- oder ist es doch eine eher eine Vorladung? - vom Kommando des USK
erhalten. Sie sollen sich erklären.
Nun ist das USK-Kommando ein ehrwürdiges Gremium, dessen sind sich
die beiden Jungschützen bewusst. Ob sie mit ihrer Absicht, den 9.
Zug zum Leben zu erwecken, Anklang finden werden? Auf jeden Fall haben
sich die jungen Männer gut präpariert. Man beabsichtigt, in
schillernden Farben darzustellen, welche Chance dem USK entgehen
würde, stimmte man der Neugründung nicht zu. Aber an einen
Fehlschlag ihrer Mission wollen die Beiden nicht denken.
Schließlich haben sie eine Liste mit 26 Namen dabei. 26 junge
Gifhorner, die dem 9. Zug USK beizutreten gewillt sind. Zugegeben:
Einige der Aspiranten sind mit höchst fragwürdigen Methoden
eingefangen worden. Aber das weiß das Kommando ja nicht, und die
Betreffenden können sich auch an nichts mehr erinnern. Soviel
Frischfleisch kann doch wohl nicht ausgeschlagen werden?
Frischfleisch will das USK tatsächlich nicht ablehnen. Aber warum
die jungen Leute nicht auf die bestehenden Züge verteilen?
Schließlich ist man sich der Altersstruktur einiger Züge
gelenkschmerzlich bewusst. Doch dann stimmt das Kommando der
Neugründung zu, und der Major stiftet sogar 30 Paar weiße
Handschuhe.
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Von Passgängern und
Sambatänzern
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Was
braucht
ein
USK-Schütze? Zuerst einmal eine ziemlich
hässliche graue Pferdedecke, Uniform genannt, nebst Hut. Sodann
benötigt er eine unpraktische, weil weiße Hose. Komplett ist
der Schütze im USK Gifhorn jedoch erst mit dem Holzgewehr.
Nichts von alledem können die Neuschützen des 9. Zuges
aufweisen. Doch im Gifhorner Schützenwesen hält sich eine
Tradition, die man mit dem Untergang des Ostblocks vergessen
wähnt: Solidarität. Diese ist zwar nicht international wie
die ehemalige östliche Variation, bezieht sich aber vor allem auf
die Frischlinge des neuen 9. Zuges. Innerhalb kürzester Zeit sind
Uniformteile ausgeliehen ("Passt doch irgendwie, oder?") und
Holzgewehre entladen und gesichert übergeben.
Doch, wenn der 9. Zug-Schütze jetzt denkt, er wäre
vollständig, so irrt er; und zwar enorm. Es gilt eine gewaltige,
kaum zu bezwingen scheinende Hürde zu nehmen: die Fortbewegungsart
nämlich! Ein USK-Schütze geht nicht, er marschiert und zwar
im Gleichschritt. Und dann marschiert er auch noch vorbei - im
preußischen Paradeschritt gefälligst. Während der
Schütze sich auf seine Beine konzentriert und marschiert oder
paradiert, muss er auch noch auf seine Hände achten, damit diese
das Holzgewehr richtig halten. Das ist ganz schön viel auf einmal!
Das alles müssen die Jungschützen lernen. Sie wollten es ja
nicht anders. Wie lernt man militärische Formen? Richtig, durch
exerzieren. Und so exerziert USK-Major Helmut Schmidt am Mittwoch vor
dem Schützenfest '94 mit 15 jungen Schützenbrüdern
des 9. Zuges. Doch so sehr er sich auch anstrengt, die 15 bewegen sich
irgendwie anders, als er mit seinen Kommandos beabsichtigt. Ernsthafte
Zweifel keimen in ihm. Gibt es in Gifhorn denn keinen Tanzsportverein?

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Erst ausprobieren, dann der offizielle
Teil
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Das
erste Schützenfest des neuen 9. Zuges ist vorbei. Wacker haben
sie sich geschlagen, die Recken. Und schlau sind sie auch! Am Sonntag
sind sie nämlich noch auf die Idee gekommen, ihre Freundinnen und
Frauen zu bewirten. Damit führt der 9. Zug eine moderne Form des
Ablassbriefes ein. Mann kauft sich von seinen
Schützenfestsünden frei. Diese Veranstaltung wird bis heute
fortgeführt, auch wenn das Ergebnis nicht immer das erhoffte ist.
Auch das USK ist der Ansicht, dass die Jungschützen des 9. Zuges
eigentlich ganz ordentliche junge Männer sind. Ordnung muss sein.
Deshalb wird eine offizielle Gründungsversammlung einberufen. Doch
die Neuen scheinen noch immer nicht so ganz begriffen zu haben,
wies geht: Während das Kommando ganz
selbstverständlich in Uniform erscheint, tauschen die
Schützen des 9. Zuges in farblich z. T. erschreckenden zivilen
Outfits auf.
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Ausruhen ist erste Bürgerpflicht
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Das
Undenkbare passiert 1999. Wir können nicht schießen, ist
unsere feste Überzeugung. Doch dann: ein Schütze des 9. Zuges
trifft beim Königsschießen aus Versehen ins Schwarze.
Holger Hörmann lässt die Proklamation zum Andermann
äußerlich ganz ruhig über sich ergehen. Nur sein Hut
sieht noch etwas seltsamer aus als ohnehin. In Wirklichkeit strengt ihn
die ganze Sache sehr an. Warum sollte er
also nicht ein kleines Nickerchen machen - im Foyer des Saales?
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Wie einst Aschenputtel
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So ein
Lustiger Sonntag kann für den Einen oder Anderen schon
ziemlich überraschend kommen. Besonders überrascht ist Holger
Hörmann 1999.
Jetzt aber schnell in die Uniform und dann nur noch die Schuhe
anziehen! Die Schuhe gibt es aber nicht, sondern nur den Singular. Wir
erinnern uns: Auch Aschenputtel hatte einen Schuh verloren. Schön
wie das Aschenputtel ist unser Holger allemal. Aber ob ihm ein Prinz
den fehlenden Schuh nachschleppt? Darauf möchte er sich dann doch
nicht verlassen. Zum Glück findet er einen weiteren schwarzen
Schuh. Zufrieden macht er sich mit den unterschiedlichen Schuhen auf
den Weg.
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Bis zur Weser
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"Wir
ziehen euch bis zur Weser und wieder zurück", drohen uns 2001
die Schützenbrüder des 7. Zuges USK. Aber keine Angst! Es
geht nur um einen Tauziehwettbewerb.
An der Ise, nahe der Kuhbrücke, kommt es zur entscheidenden
Auseinandersetzung.
Gebannte Stille liegt über der Wettkampfstätte. Dann folgt
der Startschuss und schon liegt Götz Kirchner im Wasser. Es
läuft also bis hier alles wie abgesprochen. Beim eigentlichen
Wettkampf muss der 7. Zug erkennen, dass er mit der Klappe mehr kann
als mit den Muskeln. Von wegen "bis zur Weser"! Sie verlieren und
jammern hinterher auch noch 'rum, dass der lockere Boden auf
ihrer Seite der Ise schuld gewesen sei. Luschen!
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Modes Heideschinken
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Der
Schützenfestfreitag ist uns Schützen des 9. Zuges heilig.
Er ist irgendwie entspannter als der Donnerstag. Wir haben also mehr
Zeit zum Reden, Singen und für andere Tätigkeiten, so auch
beim Schützenfest 2002.
Nun wird jeder schon einmal am eigenen Leib erfahren haben, dass es
nicht ganz einfach ist, mit etwas aufzuhören, wenn es Spaß
macht und alle anderen auch nicht aufhören. Ein Gifhorner Tierarzt
steht an diesem Tag vor genau diesem Problem. Er macht also weiter.
Kurze Zeit später verspürt er großen Hunger. Ein
Schinkenbrötchen muss her. Die Füße fest auf dem Boden,
versetzt sich sein Oberkörper in unkontrolliert kreisende
Bewegungen. Gleichzeitig versucht er, das Brötchen mit beiden
Händen zum Mund zu führen. Zirkusreif!
Dass ihm ein nordamerikanischer Indianerstamm daraufhin den Beinamen
"Der mit dem Brötchen tanzt" verliehen haben soll, ist aber nur
ein Gerücht.
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'tschuldigung
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Wenn
eine Schützenzug den Schützenkönig stellt, ist das
ein herausragendes Ereignis. Das wühlt den Schützen auf,
stimmt ihn euphorisch. 2003 dürfen wir das erleben und
genießen.
Während auf dem Podest Detlef Eichner proklammiert wird,
überlegen wir, welchen Siegesgesang wir anstimmen sollen. Da gibt
es nur ein Problem: Wir können nicht singen! Wirklich nicht! Um
die anwesenden Zuschauer nicht durch unmeldogisches Gekrächze
zu gefährden, einigen wir uns auf ein rhythmisches "Uh, Uh, Uh ..."
Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Man muss Atmung,
Artikulation und aus dem Magen aufsteigende Gase koordinieren. Gelingt
das nicht, dann ...
Jetzt wissen wir, warum Schützenjacken imprägniert sind.
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Wenn einer eine Reise tut
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Wir vom
9. Zug sind weltoffen und besuchen auch gern einmal das
Ausland. Im April 2004 machen wir uns deshalb auf den Weg nach
Blaubeuren. Wer in Blaubeuren ist, der sollte auch Ulm einen kurzen
Besuch abstatten. Wie kommt man aber dorthin? Ganz einfach, mit der
Bahn nämlich!
Dazu muss man natürlich wissen, wo der Bahnhof ist. Um einen
Bahnhof zu finden, braucht man eigentlich nur die Schienen zur
verfolgen. Die sind bekanntermaßen auf der Erde verlegt.
Verliert ein Schütze des 9. Zuges den Anschluss an seine
Schützenbrüder, lotsen diese ihn per Handy zum Bahnhof und in
den Zug. Damit das gelingen kann, sollte der Schütze sich aber
zumindest noch grob orientieren können und wissen, wo oben und
unten ist.
Doch auch für versprengte Schützen des 9. Zuges gilt: Ohne
gültigen Fahrschein fliegt man aus dem Zug. Auch dann, wenn der
Schütze noch nicht in Ulm angekommen ist. Zum Glück gibt es
Busverbindungen.
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Wie geht es weiter?
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Zehn
Jahre sind vergangen. Wir alle sind entsprechend gealtert. Dem Einen
von uns sieht man diese zehn zusätzlichen Jahr an, dem Anderen
unverschämterweise nicht. Wir alle sind ein klein wenig
ruhiger geworden. Die Nächte des Schützenfestes verbringen
immer mehr von uns im eigenen Bett statt an den diversen Theken. Immer
häufiger trinken wir ein Bier-Wasser-Gemisch im Verhältnis
1:1, anstatt den Gerstensaft pur herunterzustürzen.
Wer jetzt allerdings hofft, auch wir würden endlich ein ganz
normaler Schützenzug werden, dem sei in aller Deutlichkeit gesagt:
Der 9. Zug ist immer noch voller Leben! Wir haben noch viele gute wie
dumme Ideen und werden sie auch in die Tat umsetzen!
Wir wollen das Gifhorner Schützenwesen nicht revolutionieren. Wir
erlauben uns aber, Interpretationen bestehender Traditionen
vorzunehmen. Wann hat es beispielsweise ein
Königsfrühstück in der Sandmühle gegeben? Es wurde
Zeit.
Wie wird es dem 9. Zug in den nächsten zehn, zwanzig Jahren
ergehen? Niemand weiß auf diese Frage eine seriöse Antwort
zu geben. Es ist aber relativ wahrscheinlich, dass unsere Geschichte
sich nicht grundlegen von der anderer Züge unterscheiden wird.
Bedeutet das, dass wir gemeinsam alt werden? In einer Gesellschaft, die
von einem kaum noch zu beschreibenden Jugendwahn geprägt ist, mag
diese Vorstellung erschreckend wirken. Stefan Armbrecht sagte
kürzlich dazu: "Ich würde mich freuen, mit euch gemeinsam alt
zu werden."
Vielleicht wird in einigen Jahren ein anderer alter Zug im USK von
jungen Menschen neu gegründet. Sollte das passieren, so ist zu
erwarten, dass diese jungen Menschen voller verrückter Ideen
stecken. Gut so! Unterstützen wir sie tatkräftig, damit das
Gifhorner Schützenwesen durch behutsame Veränderungen
entwicklungs- und überlebensfähig bleibt. Die Anstrengung
lohnt, wie der 9. Zug im USK beweist.
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Reinigung
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Eine Schützenuniform wird über das
Schützenfest schon
ganz schön beansprucht. Irgendwann ist sie verschmutzt, riecht ein
wenig unangenehm und muss deshalb in die Reinigung gebracht werden.
Normalerweise geschieht das nach dem Schützenfest. Was aber, wenn
die Kutte schon während der Festtage einen unerträglichen
Zustand angenimmt?
Einen besonders klugen Einfall hat während des Schützenfests
2003 ein Mitglied des 9. Zuges. Wenn eine Terrasse nach dem Winter sehr
verdreckt ist, wie bekommt man sie wieder sauber? Richtig, mit dem
Hochdruckreiniger. Warum sollte dieses Verfahren nicht auch bei einer
besonders schmutzigen Uniformjacke angewendet werden können? Aber
Vorsicht! Beim nächsten Mal bitte den in der Jacke steckenden
Schützenbruder vorher entfernen!
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| Zugführung |
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Der 9.
Zug ist Teil der dritten Kompanie unter der Leitung von Hauptmann
Joachim
Keuch.
Zugführer
Mark Zierold
Zugfeldwebel
Michael Notbom
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9. Zug
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Etwas
Eigenes
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Ein Jahr vergeht schnell. Das stellten auch die
Schützenbrüder des 9. Zuges im Mai 1995 fest.
Schützenfest steht schon wieder vor der Tür und die Vorfreude
steigt. Doch noch immer hat der Zug keine eigenen Flinten und ist auf
mildtätige Leihgaben anderer Züge angewiesen.
"So nicht", denkt Holger Hörmann und organisiert kurzerhand einen
Büchsenmacherschnellkurs am 20. Mai 1995. Etwas Eigenes muss her.
Etwas, womit der 9. Zug seine inneren Werte und sein manchmal etwas
verqueres Weltbild ausdrücken kann: ein Lauf mit Knoten!
Außenstehende meinen darin jedoch eine Neun zu erkennen -
Blödes Volk!
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Böses
Erwachen
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Es ist später Vormittag, als Stefan Armbrecht am
Samstag, den 11.
Juni 1994 endlich aufwacht. Sofort setzen quälende Kopfschmerzen
ein. Erinnerungsfetzen an den gestrigen Abend machen ihn unruhig, es
hält ihn nicht mehr im Bett. Er muss einfach aufstehen, obwohl
sein Kopf anderer Ansicht zu sein scheint. Er sucht Gewissheit und
findet sie in Form eines Zettels in seiner Jackentasche. Mein Gott!
Doch nun gibt es kein Zurück mehr. Andere mögen als Lusche
leben können, er nicht.
Wie versprochen macht sich der junge Tierarzt auf den Weg. Doch sein
Ziel ist diesmal nicht ein Kuhstall, sondern der Major des USK Gifhorn,
Helmut Schmidt. Hart mit seinen Kopfschmerzen und seinem rebellierenden
Magen kämpfend, versucht Stefan einen seriösen Eindruck zu
machen. Mit immer noch etwas schwerer Zunge bringt er sein Anliegen
vor: Man wolle den 9. Zug wieder gründen. Ja, einige Schützen
in spe seien fest entschlossen. Doch, doch, man meine es durchaus
ernst! |
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Ein
frohes
Fest
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| Es ist
nicht mehr aufzuhalten: der 9. Zug nimmt am Schützenfest 1994
teil. Selbst der Himmel verdeckt sein Gesicht vor dem unbeschreiblichen
Anblick, der sich ihm auf dem Marktplatz bietet. Dichte Wolken ziehen
auf. Als der 9. Zug zu marschieren beginnt, sind die Wolken zu
Tränen gerührt. Auch altgediente Schützen können
sich nicht an einen derart verregneten Schützenfestauftakt
erinnern. |
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Mit
starker
Hand
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Mittlerweile ist es Freitag, der 17. Juni 1994. Die
Jungschützen
des 9. Zuges sind voll im Gifhorner Schützenfest aufgegangen. Auch
ihre anfänglichen Hemmungen haben sie voll abgelegt.
Zu voll? Außerdem fehlt dem 9. Zug noch etwas, so vornherum. So
geht es natürlich nicht. Einer wird im USK ausgeguckt, ders
richten soll. Lieber Rolf Biehl, jetzt weißt du, dass man
manchmal zur Toilette müssen muss, auch wenn man eigentlich gar
nicht muss. Wir sind stolz auf dich! |
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Die
Zeit
vergeht
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Die Jahre gehen ins Land. Der 9. Zug bleibt etwas
Besonderes. Diese
Charakterisierung nehmen mit Recht natürlich auch alle anderen
Züge für sich in Anspruch. Hier aber geht es um uns, um den
9. Zug im USK. Die anderen Züge sollen sich gefälligst selbst
feiern!
Wie aber erhält man für die Nachwelt das Wissen über die
teilweise unglaublichen Vorfälle, die sich in nur zehn Jahren im
9. Zug ereignet habe? Man könnte ein ganzes Buch darüber
schreiben. Eigentlich eine gute Idee, wenn es nicht so hohe Kosten
verursachen würde. Und unser Jürgen sagt, das Geld
benötigen wir für Nahrungsmittel. Er ist ein guter und weiser
Kassenwart.
Die Lösung des Problems kann nur heißen: Mut zur Lücke!
So werden nun ausgewählte Vorfälle aus den vergangenen Jahren
dargestellt. Man beachte dabei geflissentlich, dass die angegebenen
Jahreszahlen nicht immer stimmen müssen. Die Erinnerungen werden
blasser und ungenauer. Ist das ein Zeichen dafür, dass auch wir
alt werden? |
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Ich
bin
schon
da
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Der geneigte Leser merkt, dass wir in Sachen Märchen
ziemlich
bewandert sind. Ein weiterer Beleg mag für alle noch Zweifelnden
folgen.
Es ist Mittwoch vor dem Schützenfest 2000. Der 9. Zug putzt die
Säbel wie immer bei Stefan Armbrecht. Wir nennen diese
Veranstaltung ehrlicherweise Antrinken.
Es ist ein schöner Abend. Besonders schön ist er, weil Stefan
die lange verschollen geglaubte Zugfahne wieder präsentieren kann.
In den frühen Morgenstunden des Schützenfestdonnerstags kommt
den letzten Resten des 9. Zuges und des Spielmannszuges die
glänzende Idee, die Zugfahne vor dem Rathaus zu hissen. Mit
fröhlichem Flöten- und Jagdhornspiel zieht die Truppe zum
Marktplatz. Den Hausmeister des Rathauses macht der Umzug gar nicht
fröhlich.
"Wenn nicht gleich Ruhe ist, hole ich die Polizei!" brüllt er aus
dem Fenster. Ein aus dem Fernsehen bekannter Personenschützer
kontert mit schwerer Zunge: "Die ist schon da."
Vergleiche: Der Hase und der Igel. Was zu beweisen war. |
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