Das
letzte Scheibenschießen vor dem Einmarsch der napoleonischen
Truppen fand

im Jahre 1802 statt. Als die Franzosen 1803
Teile des
Kurfürstentums Hannover besetzten, wurden alle militärischen
Übungen untersagt. Erstmals nach den Kriegen fand 1815 wieder in
Gifhorn ein Schützenfest statt. Leider fehlte die zu diesem
Ereignis
gehörenden Ausstattung des Königs: der
goldene Vogel,
der
silberene vergüldete Pocal in form einer Weintraube
(gestiftet 1708 von Bürgermeister Wilhelm Meyer) und das
Schild
an der Seite (vermutlich eine kleine Königskette), sie waren
in den Kriegswirren
verlorengegangen.
Man hatte sie dem damaligen
Gastwirt des
Ratsweinkellers
zur Aufbewahrung gegeben, aber nach dem Krieg blieben sie

unauffindbar.
Die
letzte Hoffnung bestand in der umfassenden Renovierung des
Ratsweinkellers
in den Jahren 1986/1987, aber auch diese erfüllte sich nicht.
Der Pokal wurde inzwischen ersetzt, zur Erinnerung an den ersten
gestifteten
Pokal trägt er eine Weintraube auf dem Deckel. Die Vogelkette
erlebte
dagegen
keine "Auferstehung", sie wurde durch ein Lederbandelier ersetzt,
an das der jeweilige König eine Silberplakette mit Namen,
Berufsbezeichung und Jahreszahl anzubringen hatte (Bild rechts:
Älteste Königsplakette aus dem Jahre 1815, Schlachtermeister
C. H.
Schulze).

Das Bandelier wurde bis 1963
getragen, 132 Gifhorner Könige hatten
es mit ihren Silberplaketten geschmückt. Dann hatte die Stadt ein
Einsehen mit den Königen und ersetzte das schwere Lederband durch
den
viel leichteren Königsschild, der auch heute noch getragen
wird. Das Lederbandelier ist heute im Lesesaal der
Stadtbücherei zu bewundern.
1818 bekommt Gifhorn einen neuen
Bügermeister namens Hammer. Eine seine
ersten Amtshandlungen besteht darin, das Schützenfest in eine
Erinnerungsfeier an den Sieg bei Waterloo

umzuwandeln um der
erfolgreichen Teilnahme eines Gifhorner Landwehrbataillons an der
Schlacht
bei Waterloo zu gedenken. Aus diesem Grund wird seit 1819 das
Schützenfest immer in der Woche des
18.
Juni (dem Jahrestag der Schlacht) gefeiert.
Das Scheibenschießen fand lange
Zeit unter freiem Himmel statt, erst 1823
wurde das von der Stadt in Auftrag gegebene Schützenhaus fertig.
Heute
befindet sich an dieser Stelle das Brauhaus.