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Skalecki, Georg: Baumeister und Bauhandwerkern beim barocken Neubau der Prämonstratenserabtei Wadgassen. In: Kurtrierisches Jahrbuch 33, 1993, S.159-175

(Wiedergabe hier nur in Auszügen!)

Die Prämonstratenserabtei Wadgassen gehörte zu den bedeutendsten Niederlassungen dieses Ordens in Deutschland. Seit ihrer Gründung im 12.Jahrhundert entwickelte sie sich kontinuierlich. Als Hausabtei und Grablege der Grafen von Saarbrücken gewann Wadgassen zunächst regionale, als Zentrum einer Ordenszirkarie, die bis nach Bayern, Hessen und Westfalen reichte, bald auch überregionale Bedeutung. Das Kloster selbst vermehrte die eigenen Besitztümer stetig, so daß es im 18.Jahrhundert - während einer zweiten großen Blüte - eine bedeutende Stellung innehatte und das zweitgrößte Kloster des Ordens in Deutschland war. Heute ist jedoch die Bedeutung dieser Abtei weitgehend in Vergessenheit geraten, da vor Ort nur geringe bauliche Reste an die glanzvolle Zeit erinnern. Ein großer barocker Abteineubau des frühen 18.Jahrhunderts und die rege Bautätigkeit in den deservierten Pfarreien, wo vom Kloster besonders das 18.Jahrhundert hindurch zahlreiche Pfarrkirchen erbaut wurden, verdienen jedoch unsere Aufmerksamkeit.
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Nach vermutlichen Ansiedlungen in keltischer und römischer Zeit fällt die erste urkundliche Erwähnung Wadgassens ins Jahr 902, in dem ein fränkischer Königshof "Wadegozinga" genannt wird. Nach Nennung auch im 11.Jahrhundert wird 1135 von Simon I. von Saarbrücken und seiner Mutter Gisela deren Besitz in Wadgassen zur Gründung eines Klosters geschenkt 3). Noch im selben Jahr kommen Chorherren des von Norbert von Xanten (gest. 1134) gegründeten Mutterklosters Prémontré in der Normandie nach Wadgassen. 1152 bestätigt der Papst Rechte und Besitztümer der Abtei. Die wechselvolle, aber von Bedeutungs- und Besitzzuwachs geprägte weitere Geschichte soll an dieser Stelle nicht weiter Gegenstand der Betrachtung sein. Wir wenden uns wieder dem 18.Jahrhundert zu. 1705 wird - nach dem Tod des Petrus Marx - Hermann Mertz zum neuen Abt gewählt. Er leitet bis 1743 die Geschicke der Abtei. Unter ihm entstand der erwähnte Neubau der Klostertrakte 4).

Beim Amtsantritt von Abt Mertz erstreckten sich die Besitztümer der Abtei über ein Gebiet von der Mosel bis zum Rhein und weit nach Lothringen hinein. Propsteien, also Verwaltungssitze, existierten in Merzig, Ensheim, Hagenau (Elsaß) und Kleinbockenheim (Kr. Bad Dürkheim). Zeitweilig besaß die Abtei Besitztümer in bis zu 200 Orten von Trier bis Hagenau und Püttlingen (Lothringen), und sie betreute bis zu 60 Pfarreien von Bietzen (Kr.Merzig) bis Bockenheim (Pfalz) und Valmont (Lothringen) 6). Von der Bautätigkeit des späten 18.Jahrhunderts unter Abt Michael Stein ist zumindest in Ansätzen einiges bekannt - so wurden z.B. in dieser Zeit die Pfarrkirchen von Lisdorf, Berus, Großblittersdorf und Ensheim vom damaligen Klosterbaumeister Heinrich Eckart neu erbaut bzw. tiefgreifend umgebaut. Dagegen herrscht über das Bauschaffen in der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts unter Abt Mertz noch große Unsicherheit.
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Der Syllabus gab uns die konkrete Auskunft, daß von 1719 bis 1729 die Klostertrakte erbaut wurden. Wie es dazu kam und wie der Bauverlauf war, soll im folgenden untersucht werden. ........
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Über den zeitlichen Ablauf der Bauarbeiten herrscht nun mehr Klarheit. Was aber können wir über die beteiligten Kräfte sagen? Wer der leitende Baumeister der Wadgasser Prämonstratenserabtei war, steht durch die verschiedenen Quellenfunde inzwischen außer Frage. Es ist der schon genannte Bernhard Trabucco, der stets zweifelsfrei als der einzige Baumeister der Abtei genannt wurde. Oben wurde bereits angedeutet, daß der Klosterbaumeister nicht nur für den Neubau der Abtei zuständig war, sondern sicher auch an den zahlreichen externen Bauunternehmungen der Hofgebäude, Mühlen und besonders auch der Pfarrkirchen beteiligt war. Seine weitere Tätigkeit soll jetzt jedoch nicht weiter untersucht werden, dies ist späteren Veröffentlichungen vorbehalten. Hier sollen zunächst einige allgemeine Bemerkungen zu Bernhard Trabucco gemacht werden. Die früheste derzeit ausfindig gemachte Nennung im direkten Zusammenhang mit dem Abteibau datiert vom 14.August 1724 33). Trabucco hält sich jedoch bereits spätestens seit dem 4.Februar 1716 an der Saar auf, denn an diesem Tag ist er Pate in Ommersheim, seinem Wohnort 34). Am 20.November des gleichen Jahres heiratet Trabucco 35). Seine Frau ist die Schwester des Pfarrers von Ommersheim, der wiederum Prämonstratenserbruder aus Wadgassen ist und in die vom Kloster deservierte Pfarrei entsandt worden war. Somit hat Trabucco spätestens seit seiner Heirat 1716 Beziehungen zum Wadgasser Kloster. Es wäre also nicht abwegig zu vermuten, daß Trabucco bereits beim Baubeginn in Wadgassen 1719 als Klosterbaumeister angestellt war. Zumindest finden wir ihn seit 1716 durchgängig in Ommersheim, denn im dortigen Kirchenbuch taucht er auch 1718, 1719, 1721 und 1722 auf. Näheres über sein Arbeitsverhältnis erfahren wir schließlich 1727, als er von einem nassau-saarbrückischen Sekretär verhört wird 36). Nach ersten Aussagen zur Person, daß er 42 Jahre alt sei 37) und aus Ebernburg stamme, antwortet er auf die Frage, welche Aufgabe er hätte: "Er Seye Zum Baumeister Zu Wadgaßsen bestellt worden, mit der Condition, daß Er täglich einen Gulden nebst der Kost haben müße ... die Aufsicht darüber haben, was Maurer und Steinhauer Arbeit anlange , und Solle die arbeit je eher je lieber geschehen" 38). Hier wird erneut bestätigt, daß Trabucco zum Baumeister der Abtei bestellt wurde. Sein Lohn beträgt einen Gulden pro Tag. Da dies nicht näher erläutert ist, bleibt unsicher, ob er 365 Gulden im Jahr erhält oder ob ihm Feiertage oder andere Zeiten der Nichttätigkeit abgezogen wurden. Da Trabucco im gleichen Verhör erklärt, er sei immer bezahlt worden, auch wenn er nicht gearbeitet habe, und er habe seinen Lohn immer pünktlich erhalten, kann man annehmen, daß er sicherlich über 300 Gulden im Jahr ausgezahlt bekam. Dies ist ein beachtlicher Lohn, der auf eine gewisse Rangstellung schließen läßt. Des weiteren sagt Trabucco aus: "Alles werde anitzo in Teutscher wehrung bezahlt, Vor etl. Jahren Seyen Sie auch auf franz. fuß bezahlet worden" 39). Die Formulierung "Vor etl.Jahren" läßt einen größeren Zeitraum vermuten. Da Trabucco im August 1724, also zweieinhalb Jahre vor dem Verhör, den Empfang von 200 Reichstalern bestätigt 40), dürfte die erwähnte Bezahlung in französischem Geld noch davor liegen. Damit würde sich die oben gemachte Vermutung bestätigen, daß Trabucco bereits vor 1724 zum Klosterbaumeister bestellt wurde. Wann dies genau war, ob bereits 1716 oder 1719, muß zunächst noch offen bleiben. Daß Trabucco auch nach Abschluß der Arbeiten in Wadgassen der Klosterbaumeister blieb, erfahren wir aus seinem Testament, das am 10.Januar 1745, also in seinem 60sten Lebensjahr, aufgesetzt wurde. Darin heißt es zunächst: "Nachdeme Ich mich durch das heylige Sacrament der Buß mit Gott Versehen, in Betrachtung der Sterblichkeit des Menschen und Zunehmung meiner gegenwartiger Krankheit, hab ich vor nothwendig erachtet bey zu diesem actu, wegen Ich in bester forma einzurichten gesinnet bin expresse darzu beruffene Zeugen in ansehen da ich noch bey volligem Verstand und Vernuft bin, meinen letzten Willen zu erklären ... " 41). Trabucco war also nach eigenen Aussagen sehr erkrankt 42). Wann Trabucco schließlich starb, läßt sich derzeit noch nicht ermitteln. Anzunehmen ist, daß es relativ bald nach seiner Testamentsaufsetzung gewesen sein muß. Am 19.April 1749 jedenfalls verstirbt in Großblittersdorf seine Frau als "... Witwe von Bernhard Trabucco, früher Architekt in Wadgassen ..." 43). Den im Testament aufgeführten zahlreich zu regelnden Dingen zu Folge, hat Trabucco es zu Ansehen und Vermögen gebracht. Er bestimmt zunächst: "... alles waß mir annoch in der abbtey Wargaßßen zu kombt, und zu praetendiren hab, solle angewendet werden zu diensten und Meßsen zum Besten meiner Seelen ..." 44). Dann legt er fest, daß die Ausschmückung der Wintringer Kapelle bei Kleinblittersdorf aus seinem Nachlaß bezahlt werden soll. Ein bei einem Saarlouiser Bildhauer bestelltes Muttergottesbild solle bezahlt und in die Kirche von Trombach bei seinem Heimatort Ebernburg in der Pfalz geschafft werden. Nach verschiedenen Anweisungen seine Beerdigung betreffend, bestimmt er: "... von dem meinigen, so ich so wohl an mobilibus alß immobilibus, bahrem geld als auch restanten Schulden hier zu Landt übrig wird verbleiben, soll erstlich oben erklarter Wille erfüllet sein, hernacher solle alles wie gesagt hier zu Landt meiner frauer Elisabet verbleiben ..." 45). Bis dahin betraf sein Testament nur seinen Besitz an der Saar. Im siebten Punkt wird dann weiter festgelegt: "Solle alles waß Ich in der Pfaltz besitzen meiner Schwester, und Bruder zum genuß und Vortheyll dienen, aber damit nichtz Vereussert, Versetzet und verkaufft werde dargegen mein Will ist, hernacher nach beyder geschwister Thot, der Kirchen zu Trombach in der Pfaltz solle heimfallen" 46). Die Existenz der erwähnten Besitztümer in der Pfalz ist nachweisbar, denn nach dem Tod der Schwester werden am 8.März 1764 die Trabuccoschen Güter versteigert und erbringen einen Erlös von 3240 Gulden, ein beachtliches Vermögen, das der Muttergotteskirche von Trombach zufloß 47). Das Testament von Bernhard Trabucco macht somit klar, daß er bis 1745 - vermutlich sein Todesjahr - Baumeister in Wadgassen war und daß er es zu einem beachtlichen Vermögen gebracht hat. Wir hatten gesehen, daß er in Wadgasser Diensten eine überdurchschnittliche Bezahlung erhielt. Sein Lohn lag z.B. deutlich über dem des Kurtrierischen Baumeisters Johann Georg Seiz oder übertraf um ein mehrfaches den des späteren Klosterbaumeisters Christian Kretzschmar in Mettlach. Daß Trabucco auch in der Pfalz tätig gewesen sein muß, macht sein dortiges Vermögen deutlich, daß sich bei der späteren Versteigerung auf über zehn Jahresgehälter belief. Alles bestätigt die Vermutung, daß Trabucco kein unbedeutender Baumeister gewesen sein kann. Er muß erheblich mehr als nur den barocken Klosterneubau in Wadgassen errichtet haben.

Kehren wir zurück nach Wadgassen und lassen zum Schluß noch einige Bemerkungen zu den Trabucco unterstellten Bauhandwerkern folgen. Im gesamten Zeitraum, in dem wir Trabucco an der Saar nachweisen können, von 1716 bis 1745 (bzw. 1749), findet sich in den das Wadgasser Bauwesen betreffenden Quellen keine andere Person, die im Rang ihm gleichgestellt wäre. Im Verhör vom 5.März 1727 wird ausdrücklich erwähnt, daß er u.a. die Aufsicht über die Steinhauer zu führen habe. Aus der Zeit des Abteibaues können im Moment namentlich mit konkreter Tätigkeitsbezeichnung nur drei Steinhauer genannt werden: Jakob Kaiser aus dem Coburger Land, Anton Jäger aus Tirol und Christian Kretzschmar 48). Der Im Februar 1727 genannte Caspar Kretzschmar ist ebenfalls möglicherweise zu den Maurern oder Steinhauern zu zählen, denn die Art, wie er als Zeuge zu einer in der Abtei vorgenommenen Vertragsunterzeichnung hinzugenommen wird, macht dies wahrscheinlich. Bei zahlreichen anderen vergleichbaren Vorgängen werden immer wieder Bedienstete des Klosters herangezogen. Zu Jakob Kaiser und Anton Jäger ist derzeit noch wenig zu sagen; Kaiser taucht 1724, Jäger 1724 und 1727 auf. Es lohnt sich aber, einige Anmerkungen zu Christian Kretzschmar zu machen. Kretzschmar wurde nämlich von Trabucco in eine neue Stellung empfohlen. Am 8.Februar 1727 unterzeichnet der Wadgasser Steinhauer in Mettlach in Anwesenheit von Trabucco einen Vertrag, der ihn zum Werkmeister des dort geplanten Klosterneubaus macht. Die Mettlacher Benediktiner Mönche beabsichtigten 1727 einen Neubau ihrer Klostergebäude, möglicherweise angeregt durch die Wadgasser Bautätigkeit. Es erfolgt darauf offensichtlich eine Kontaktaufnahme des Mettlacher Abtes mit dem Wadgasser Klosterbaumeister, der dann - allein oder in Zusammenarbeit mit Kretzschmar - einen Plan für Mettlach vorlegt und Kretzschmar als Bauleiter empfiehlt. Kretzschmar wird durch diesen Aufstieg zwar der leitende Baumeister in Mettlach, jedoch mit der Einschränkung, sich an den vorgelegten Plan zu halten und zu einem, im Vergleich zum Verdienst Trabuccos, relativ niedrigen Lohn von 100 Reichstalern 49). Ob Trabucco später erneut zu Beratungen nach Mettlach kam, kann bei der lückenhaften Quellenlage zur Zeit noch nicht festgestellt werden 50). Die Rolle Trabuccos ist in der Vergangenheit vollkommen unterschätzt worden, während dagegen - bis heute - die Rolle Kretzschmars überinterpretiert wird. Dies ist letztlich eine Folge von Zufällen, nämlich, daß das Wadgasser Kloster zerstört und damit dem allgemeinen Bewußtsein entzogen worden ist, während der Mettlacher Klosterbau in seiner Präsenz stärker zur Beschäftigung auffordert 51).

Kehren wir also nach Wadgassen zurück und beschäftigen uns abschließend mit den Nennungen Kretzschmars in Wadgassen. Die bereits erwähnten, neu aufgefundenen Nennungen von Christian und Caspar Kretzschmar bringen die beiden zweifelsfrei mit dem Abteibau in Zusammenhang und weisen sie mit größter Wahrscheinlichkeit als Bauhandwerker des Klosters aus. Aber auch die bisher bekannten Nennungen Christian Kretzschmars vom 4.Dezember 1726 und vom 14.Februar 1727 hätten bereits früher die Vermutung nahelegen müssen, daß der unterzeichnende Steinhauer Christian Kretzschmar ein Bediensteter des Wadgasser Klosters war und damit natürlich unter der Aufsicht von Trabucco stand 52). Denn liest man die Quelle, erfährt man erhellende Details. Auf Anweisung des Abtes setzt der Registrator der Abtei am 4.Dezember 1727 im Kloster ein Schreiben auf, das einen Vorfall an der Klostergrube am Tag zuvor festhält: "... heuth den 4ten 10bris laufenden Jahreß die Endtß Underschriebene Undt Unterzeichnete Kohlgraber Undt bergmänner Zu Ihro hochwurden dem herrn praelaten gekommen Undt ahn gezeigt, Wie daß gestern alß des 3ten dieseß, abermahl Ein Nassau Saarbruckischer Soldat auf die Kohlengrube gekommen ..." 53). Die beiden Kohlengräber unterschreiben ihre Aussagen "... in beysain der genannten Michael Leißtenschneider ... Undt Christian Kretzschmar steinhawer" 54). Leistenschneider und Kretzschmar bezeugen nicht den Vorfall selbst, sondern daß die Bergleute "... Eigenhändig in gegenwarth der hierzu Erbethen obg. gezeugen Zu Unterschreiben Undt Zu Underhandzeichnen" 55). Am 14.Februar 1727 ereignet sich ein ähnlicher Zwischenfall an der Klostergrube. Der Merziger Bürger Brandt kommt ins Kloster und beschwert sich darüber, daß ein nassau-saarbrückischer Soldat ihn gezwungen hätte, Zoll für abzufahrende Kohlen zu entrichten. Der Abt setzt im Kloster ein Dokument auf, das Brandt unterzeichnet. Die Unterzeichnung bezeugen wieder der Schuster und einer der Steinhauer, nämlich Christian Kretzschmar 56). Dies alles läßt keinen Zweifel mehr zu, daß der später zum Werkmeister nach Mettlach berufene Christian Kretzschmar zuvor als Steinhauer am Wadgasser Klosterbau beschäftigt war und von dort von dem ihm vorgesetzten Baumeister Bernhard Trabucco nach Mettlach empfohlen wurde.

Mit den hier vorgetragenen Erkenntnissen erhalten wir also erste Aufklärung über die Verhältnisse in Wadgassen. Wir kennen zumindest den zeitlichen Ablauf des Abteineubaues von 1719 bis 1729, wir wissen etwas mehr über den leitenden Baumeister Bernhard Trabucco und über einige der unter ihm arbeitenden Steinhauer 57).
 
 

Anmerkungen:

1 Die bisherige Literatur hat sich kaum mit bauhistorischen Fragen beschäftigt. Von den älteren Veröffentlichtungen seien erwähnt: - Tritz, Michael: Geschichte der Abtei Wadgassen. Wadgassen 1901. Nachdruck: Saarbrücken 1978. - Zimmermann, Walther: Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis. Düsseldorf 1934, S.278-293. - Trenz, Wilhelm Franz Josef: Die Prämonstratenserabtei Wadgassen zur Zeit der französischen Herrschaft von 1766 bis zur Auflösung im Jahre 1792. Averbode 1961. - Heyen, Franz Josef: Die Abtei Wadgassen unter der Landesherrschaft der Grafen von Saarbrücken. In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 13, 1963, S.214-240. - Herrmann, Hans-Walter: Beiträge zu den nassauischen Austauschverhandlungen mit Frankreich 1737-1768.: In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 16, 1968, S.313-380. - Herrmann, Hans-Walter: Die Prämonstratenserabtei Wadgassen. In: Staerk, Dieter (Hg.): Das Saarlandbuch. Saarbrücken 1980, S.94-95. - Burg, Josef: Regesten der Prämonstratenserabtei Wadgassen bis zum Jahre 1571. Saarbrücken 1980. - Burg, Josef: Aus der Geschichte der Prämonstratenserabtei Wadgassen. In: Saarheimat 29, 1985, S.162-171. - Burg, Josef: Der "Hof" in Wadgassen. In: Unsere Heimat 14, 1989, S.119-128.

2  Der Verfasser bereitet eine größere Zusammenstellung aller Bauten und Ausstattungsarbeiten des Wadgasser Klosters (auch in den auswärtigen Besitzungen) vor.

3 Tritz, Michael 1901 (wie Anm. 1), S.21-23; Burg, Josef 1980 (wie Anm. 1), S.13f; Trier Bistumsarchiv Abt.95 Nr. 251 S.13-15 (Abschrift des 17.Jhs.).

4 Einige noch vage Aussagen zum Bauablauf und den beteiligten Kräften bei: Zimmermann, Walther 1934 (wie Anm. 1); Vgl.: Nicolay, Markus: Die Prämonstratenserabtei Wadgassen. Ihre Kirchen und deren Vorgängerbauten. In: Unsere Heimat 14, 1989, S. 110-119.

5 Vgl.: Backmund, Norbert: Monasticon praemonstratense. 3 Bde. Straubing 1949-1956.

6 Aufstellungen bei Trenz, Wilhelm Franz Josef 1961 (wie Anm. 1), S.178-188. Der Index Locorum des Repertorium omnium chartorum in archivio Monasterii Wadgassen für das 18.Jh. nennt noch rund 100 Orte (Koblenz LHA Abt.218 Nr.601 S.1-10).

7 Prag Staatsarchiv Best. Kloster Strahov: Syllabus Nominum Abbatum ... Wadegotiae ... ab A.1135 ad A.1742, S.204-210. Für Hinweise sei an dieser Stelle Herrn Hans Löw, Wadgassen gedankt. Eine Kopie des Syllabus heute im Staatl. Konservatoramt Saarbrücken.

8 Prag Staatsarchiv: Syllabus 1742 (wie Anm.7), S.209.

9 Für die Unterstützung bei der Suche nach Baunachrichten des Koblenzer Landeshauptarchivs sei ganz herzlich Herrn Rektor i.R. Josef Burg, Wadgassen gedankt. Mein Dank gilt auch der Gemeinde Wadgassen, Herrn Bürgermeister Harald Braun und Herrn Kulturamtsleiter Dieter Becker, die mir die gesamten mikroverfilmten Archivalien der Wadgasser Betreffe aus dem Koblenzer Landeshauptarchiv zur Auswertung zur Verfügung gestellt haben. Zu danken ist auch Herrn Oberarchivrat Dr.Bertram Resmini, LHA Koblenz für Hinweise und Hilfe.

10 Die Kenntnis von diesem Einsturz besteht seit Zimmermann, Walther 1934 (wie Anm. 1), S.284f.

11 Koblenz LHA Abt.218 Nr.645 S.104105.

12 1 Schuh = 31,385 cm; 12 Schuh = 1 rheinische Rute.

13 Das Schreiben ist als Prozeßbeweisstück vor das Reichskammergericht Wetzlar gekommen: Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.15191520.

14 Sein Bericht: Koblenz LHA Abt.218 Nr. 645 S.101-102.

15 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.2087-2088. Auch diese Angaben werden von Nassau-Saarbrücken geprüft, da der Graf nachweisen will, daß das Kloster zu großzügig mit dem Bauholz aus den gräflichen Wäldern umgeht. Deshalb schickt die Kanzlei den Saarbrücker Zimmermann Hans Georg Brenner am 26.März 1721 nach Wadgassen: Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.1848-1850.

16 Koblenz LHA Abt.218 Nr.823 S.263-268.

17 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.2075.

18 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.20792080. Der Abt reicht diese Belege vor Gericht ein, um die Kosten einzuklagen, da er den festangestellten Baumeister und den per Werkvertrag verpflichteten Zimmermann bezahlen mußte, diese aber wegen des Ausbleibens von Bauholz nicht arbeiten konnten.

19 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.20702072.

20 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.2072.

21 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.2084-2086. Das Schreiben geht am 1.September 1724 in Wetzlar ein. Der Baumeister ist hierbei mit 300 Rthr. angesetzt. Die Gesamtforderung beläuft sich auf 708 Rthr.

22 Koblenz LHA Abt.218 Nr.823 S.302303.

23 Koblenz LHA Abt.218 Nr.823 S.300301.

24 Diese bisher ebenfalls unbekannte Quelle nennt also den späteren Werkmeister und Baumeister der Benediktinerabtei Mettlach in Wadgassen. Die vor kurzem erschienene Monographie über Christian Kretzschmar (Jakobs, Ingrid: Christian Kretzschmar. Steinhauer und Baumeister des 18.Jahrhunderts in Kurtrier. Saarbrücken 1991) geht, obwohl schon früher zwei Nennungen von Kretzschmar in Wadgassen sowie eine Verbindung von Kretzschmar zum Wadgasser Baumeister Trabucco bekannt waren, seiner hiesigen Tätigkeit nicht nach, negiert sie sogar vollkommen. Vgl. dazu meine Rezensionen: Skalecki, Georg: Besprechung: Ingrid, Jakobs, Christian Kretzschmar. In: Saarheimat 36, 1992, S.35-38 und meine zweite Besprechung in diesem Band des Kurtrierischen Jahrbuchs.

25 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.16851702.

26 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.16851702.

27 Koblenz LHA Abt.218 Nr.823 S.304305. Ebert und Schömberger kommen zum Schluß, daß nicht zuviel Holz verbraucht und angefordert wurde.

28 Koblenz LHA Abt.218 Nr.823 S.13. Der Bau habe eine Länge von 236 Fuß (=74 m) und an den Enden liegt jeweils eine Treppe.

29 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.2072.

30 Jakobs, Ingrid 1991 (wie Anm. 24), S.14 und S.154 deutet Caspar als einen Bruder von Christian, jedoch ohne einen konkreten Anhaltspunkt. Da zwischen dem Tod von Caspar (+1739) und Christian (+1768) 29 Jahre liegen, wäre - ein normales Leben und altersbedingte Todesursachen vorausgesetzt - ein Bruderverhältnis eher auszuschließen. Da wir jedoch die Geburtsdaten derzeit noch nicht kennen, bleibt dies reine Spekulation. Dennoch ist es ebenso denkbar, daß es sich um Vater und Sohn oder Onkel und Neffe handelt, die gemeinsam in Wadgassen tätig sind.

31 Der Bericht der Saarbrücker Werkleute vom 30.Dezember 1726 spricht davon: "... der alte bau annoch stehet, und zum theil bewont wirdt." Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.1685.

32 Die Bezeichnungen der Nutzung der einzelnen Trakte folgt der Legende des Weiser-Stichs. Sie stimmt mit den wenigen Aussagen aus den Quellen zu der Funktion der Räume jedoch überein.

33 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.2079-2082.

34 Kirchenbuch Ommersheim: Eintragung 4.Februar 1716.

35 Kirchenbuch Ommersheim, Eintragung 20.November 1716. Hier finden wir auch die Erwähnung seiner Eltern Andreas Trabucco und Barbara Ilona aus Ebernburg.

36 Für den Prozeß vor dem Reichskammergericht in Wetzlar sammelt die Kanzlei von Nassau-Saarbrücken Material gegen die Abtei. Um dem Abt überhöhte Forderungen nachzuweisen, befragt man auch den Baumeister.

37 Damit ergäbe sich als Geburtsjahr 1685.

38 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.16571662.

39 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.1658.

40 Koblenz LHA Abt.56 Nr.2483 S.2079-2082. Dabei handelt es sich jedoch nicht um seinen Jahreslohn, sondern um eine Art Abschlagszahlung.

41 Koblenz LHA Abt.218 Nr.618 S.39. Aufgesetzt wurde das Testament vom Lector Theologicae des Wadgasser Klosters, dem Prämonstratenserbruder Namor.

42 Trabucco unterschreibt sein Testament nicht, sondern bestätigt dieses im Beisein von Zeugen mit Handzeichen. Da er aber in früheren Schriftstücken normale Unterschriften leistet, könnte man auch dadurch die schwere Erkrankung bestätigt sehen.

43 Kirchenbuch von Großblitterdorf (Grosbliederstroff, Dep. Moselle). Weder im Kirchenbuch von Bous, das einen unvollständigen Eindruck macht, noch im Kirchenbuch von Großblitterdorf ist ein Sterbeeintrag von Bernhard Trabucco zu finden.

44 Koblenz LHA Abt.218 Nr.618 S.39.

45 Koblenz LHA Abt.218 Nr.618 S.40.

46 Koblenz LHA Abt.218 Nr.618 S.40f.

47 Gemeindearchiv Feil, Akte Trombach: "... die im Jahre 1763 zu Ebernburg verstorbene Maria Jakobina Weisweiler, geb, Trabuko, hatte von ihrem ohne Liebeserben verlebten Bruder Bernard Trabuko den usumfructum von allen seinen hinterlassenen Güttern ad dies vitae...". Für Hinweise danke ich herzlichst Herrn Friedrich Kirsch, Ludwigshafen.

48 Kretzschmar wird in späteren Quellen in seinem neuen Tätigkeitsfeld als "saxone" bezeichnet, also vermutlich sächsischer Herkunft.

49 Auf meine Hypothesen zur Planlegung, dem weiteren Bauablauf und Umplanungen am Abteiportal und der Kirche in Mettlach sei hier nicht weiter eingegangen. Ich verweise auf meine ausführliche Besprechung des Kretzschmar Buches in diesem Band des Kurtrierischen Jahrbuchs.

50 Die Quellenlage für Mettlach ist noch schlechter als für Wadgassen, m.W. existieren keinerlei Baunachrichten. Jakobs, Ingrid 1991 (wie Anm.24) kann keine neuen Nachrichten beibringen. Jedenfalls ist durch das vollständige Fehlen von Quellen nicht auszuschließen, daß Trabucco nicht noch später Beratungen in Mettlach vorgenommen hat.

51 Die jüngsten Veröffentlichungen zu Kretzschmar negieren Trabuccos Rolle: Götz, Wolfgang: Christian Kretschmar. In: Saarländische Lebensbilder 1, Saarbrücken 1982, S.57-67 erwähnt anläßlich der Erörterung des seit Jahrzehnten bekannten Bestallungspatents für Kretzschmar den darin ausdrücklich erwähnten Trabucco nicht einmal. Jakobs, Ingrid 1991 (wie Anm. 24) stempelt Trabucco als unqualifiziert ab und will die Mettlacher Planung allein Kretzschmar zuschreiben, obwohl dies allein der Wortlaut der Quelle keinesfalls zuläßt.

52 Jakobs, Ingrid 1991 (wie Anm. 24), S.5 und Anm. 21 geht in ihrer Monographie zu Christian Kretzschmar über die Wadgasser Nennungen hinweg mit der Bemerkung, daß es "nichts mit dem Thema der vorliegenden Arbeit zu tun" habe. M.E. ist es jedoch interessant zu erfahren, wo Kretzschmar vor seiner Anstellung in Mettlach gearbeitet hat, unter wessen Aufsicht er gestanden hat, und wer ihn empfohlen hat. 

53 Koblenz LHA Abt.218 Nr.741 S.1. Die Kohlengrube ist im Besitz des Klosters. Der Graf von Nassau-Saarbrücken will für alle abtransportierten Kohlen Zoll erheben. Dagegen wehrt sich die Abtei.

54 Koblenz LHA Abt.218 Nr.741 S.1v.

55 Koblenz LHA Abt.218 Nr.741 S.1r. Leistenschneider ist der Schuster des Klosters, der öfters als Zeuge solcher Unterzeichnungen fungiert. Es sind die Bediensteten des Klosters, die schnell zu solchen Vorgängen herbeigerufen werden können.

56 Koblenz LHA Abt.218 Nr.741 S.40r/v. Eine gleichlautende klösterliche Abschrift noch auf S.41r/v.

57 Weitere Untersuchungen des Verfassers zu den Arbeiten Trabuccos an den Besitzungen und den Pfarrkirchen des Klosters (in Lothringen und dem Saarland) sind im Gange.