zum Geleit

Warum auch immer man Ahnenforschung betreibt, der Grundidee, die Geschichte der Vorfahren festzuhalten und weitergeben zu können, kann man naturgemäß nur sehr unzureichend nachkommen. Zu groß ist die Anzahl der Vorfahren (sie wächst mit jeder Generation exponentiell!) und die Verfügbarkeit von Informationen. Somit muß man Schwerpunkte setzen. In meinem Fall ist dies die Herkunft der Träger des Namens Laber, sozusagen die "Sippschaft der Laberer".
Dazu hat mein Vater Heinz Laber eine Menge zusammengetragen, was ich hier wiedergeben möchte.

Herkunft

Der Name Laber gehört zu den etwas selteneren Namen im deutschsprachigen Raum, also stand am Anfang die Frage, sind alle Träger des Namens miteinander verwand?
Dies scheint wohl nicht der Fall zu sein. Jedenfalls gibt es für meine Sippe einen fest umrissenen Kreis, der nur in der Gegend von Wemding vorkommt und seit der Reformationszeit kaum oder keine Verzweigung zu anderen Familien aufweist, die an anderen Orten gehäuft vorkommen. Genauso wenig scheint es eine Beziehung zu dem bis 1475 vorkommenden adligen Geschlecht derer von Laber nahe Regensburg zu geben. Das wäre sowieso extrem unwahrscheinlich.
Ursprünglich stammt meine Familie Laber aus dem fränkischen Altentrüdingen (weitere Nachforschungen sind noch nötig) und ist wahrscheinlich im Zuge des Augsburger Religionsfriedens von 1555 nach Wemding im Ries übergesiedelt, weil sie ihren katholischen Glauben behalten wollten. Wemding stellte in der Reformationszeit eine einsame katholische Insel in einer protestantischen Umgebung dar. Bezeugt ist der erste Laber in Wemding mit einem Eintrag im Kirchenbuch mit dem Todesdatum 1570. Von da an zählte diese Familie zu einer bis heute ortsansässigen Familie. Natürlich hat es etliche Familienmitglieder im Laufe der Jahrhunderte auch woanders hin verschlagen, zum Beispiel nach Augsburg, München und Landsberg am Lech, mein Vater und meine eigene Familie in den Wiesbadener Raum.

Die Suche nach unseren Vorfahren gestaltete sich recht einfach, da bekannt war, daß die Familie aus Wemding stammte (im ersten Drittel des 20ten Jahrhunderts mußten Viele ihre Vorfahren zwangsweise nachweisen). In Wemding werden seit ca. 1580 Kirchenbücher geführt und sind alle erhalten geblieben. Neben den Angaben aus den Kirchenbücher habe ich für die Zeit des 20ten Jahrhunderts auch die >Laber - Chronik, Bölzmühle< von Paul Laber, Spitalpfarrer in Wemding von 1999 benutzt, um aktuellere Lücken zu schließen.

kleine Geschichte

Wie und wann, vor allem wer genau von den Laber nach Wemding übergesiedelt ist, ist unbekannt. Auftauchen tun die wahrscheinlichen Brüder Hans 1582 und Georg 1591 und Philipp 1600 mit ihrer Hochzeit in den Kirchenbüchern. Ein weiterer nachträglicher Eintrag betrifft den Tod von Jakob Laber im Jahr 1570. Die Beziehung der einzelnen Personen untereinander ist jedenfalls noch unklar, einzig der Vater von Philipp wird mit Georg angegeben. Genauso unbekannt ist die Zuordnung des Georg Laber, der mit einer Susanna ca. 1625 verheiratet ist, zu den oben genannten. Aufgrund der Konstanz in der Namensgebung ist er sehr wahrscheinlich der Sohn des Georgs von 1591. Mit ihm beginnt aber die nahezu lückenlose Folge der einzelnen Mitglieder der Familie bis heute. Seine wirtschaftliche Basis scheint recht gut gewesen zu sein, da von seinen 7 Söhnen 5 eine eigene Familie gründen konnten, was Mitte des 17. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit war. Sein Enkel Hans Jakob ist es schließlich, der 1728 die Bölzmühle Haus Nr. 372 kauft. Die Bölzmühle befindet sich auch heute noch im Besitz eines Zweiges der Familie Laber. Desweiteren besitzt Hans Jakob seit 1754 die äußere Mühle Haus Nr. 370 1/2. Sein Sohn Andreas (+1800) fügt dem Besitz 1793 noch die Schleifmühle Haus Nr. 369 hinzu, desweiteren taucht er von 1788-1799 als Besitzer der Ziegelei Haus Nr. 370 auf. Seine 5 Söhne führen die Mühlen und die Ziegelei weiter. Andreas Sohn Hans Georg ist der Großvater von Andreas Laber (* 1834), der sich als Lebzelter und Wachszieher mit einem eigenem Geschäft 1862 in Neuburg an der Donau niedergelassen hat und Stammvater meines Familienzweiges ist. Der Sohn von Andreas (+1800), Emmeram und seine weiteren Nachkommen führen die Ziegelei weiter, der Sohn Johann führt erst die äußere Mühle und ab 1794 die Bölzmühle fort. Ein Enkel des Johann ist mit Kindern reichlich gesegnet: Josef Laber (* 1833). Mit seiner Frau Franziska Epple hat er 6 Söhne und 6 Töchter. Alle Söhne gründen eigene Familien, wobei der Erste die Witwe des Fünften heiratet und jene Viktoria Beyerlein insgesamt 9 Kinder zur Welt gebracht hat. Sie ist auch die Mutter von Pfarrer Paul Laber. Aus dem Zweig der Bölzmühle sind die meisten der heute in Wemding und der näheren Umgebung ansässigen Laber.

Priester

in der Familie hat es einige Priester gegeben, die besonders erwähnenswert sind:


David Laber

David Laber* 09.12.1749 in Wemding
+ 03.11.1821 in Erkheim
Er war Prälat der Kreuzherren in Memmingen. Als Knabe trat er in den Chor-Herrenstift vom Hl. Geist in Memmingen ein. Am 10.10.1773 legte er die hl. Profeß ab und wurde am 10.06.1775 zum Priester geweiht. Am 28.05.1781 wurde er zum Abt des Hospitalstifts gewählt, das 1803 aufgelöst wurde. Anschließend übernahm er die Pfarrei in Erkheim, wo er auch gestorben ist.

Josef Laber

Josef Laber*09.03.1788 in Wemding
+ 18.01.1862 in Moosburg
1813 wurde er zum Priester geweiht, war 1820 - 1824 Kaplan in Ingolstadt. 1824 kam er als Spitalpfarrer in seine Heimatstadt Wemding. Diese Stelle hatte er bis 1832 inne. Anschließend übernahm er im benachbarten Huisheim die Pfarrei bis 1835, ging über Brem 1862 nach Moosburg. 1861 wurde er schließlich noch zum königlichen geistlichen Rat ernannt. Dies geschah wohl auch deshalb, weil er als erster anhand von Urkunden die Ortsgeschichte von Wemding erforscht und in drei Bänden herausgegeben hat.

Paul Laber

Paul Laber* 30.06.1913 in Wemding
+ 1999 ?
Er wurde am 29.06.1939 in Eichstätt zum Priester geweiht. Von 1939 bis 1943 war Cooperator in Lauterhofen, anschließend Benefiziat in Kastl. Als Pfarrer kam er 1946 nach Rögling, ging 1955 nach Großhöbing, um schließlich 1971 nach Fünfstetten zu gehen. Dort blieb er bis zu seinem "Ruhestand" 1987. Anschließend ging er nach Wemding, wo er noch Seelsorgerisch tätig war und sein 60 jähriges Priesterjubiläum feiern konnte.
Anlässlich des Jubiläums hat er die Laber - Chronik, Bölzmühle herausgegeben.

zum Schluß

Meine Genealogie ist bestimmt noch nicht vollständig, zumal etliche Kirchenbücher noch nicht durchgesehen sind und einige verstreute Familienzweige der Ergänzung bedürfen. Somit ist jeder eingeladen, mir mit weiteren Informationen zu helfen, wenn er kann.