Spaß mit alten Deutschpunkkamellen 3

„Krieg im Dschungel, Krieg im Dschungel, Dschungelkrieg“ (Russen in Afghanistan“). An für sich keine lustige oder gar erheiternde Sache, wenn sich das Drama in Vietnam oder auf Indonesien abspielt, aber doch sehr kreativ, wenn man bedenkt, daß Afghanistan außer kargen Berglandschaften, kaum bewaldeten Kamelweiden und Hanffeldern über fast gar keinen solchen Dschungel verfügt, es sei denn, die Russen haben ihren eigenen (äh, aus der Gegend von Minsk) mitgebracht. Es könnte natürlich auch sein, daß der Atlas von Deutscher W hoffnungslos veraltet war. Oder wird hier im übertragenden Sinne der Großstadtdschungel auf die Gebirgsdörfer des Kuh-I-Baba-Massivs (im westlichen Afghanistan gelegen) angewandt? 
Übrigens fehlt in der Version auf der „Wiederauferstehung“-CD der besagte Dschungel gänzlich. Wahrscheinlich das übliche Waldsterben oder Brandrodung, wer weiß. Und wer will das auch schon so genau wissen, außer den zugekifften Schwarzen Afghanen vielleicht?
 
Onkel Fritz mit Akne und Pickelhaube. Zeit seines Lebens stand er unter selbiger (die von Tanke Martha, die zwar keine Akne aber einen mächtigen Damenbart hatte. Da kam ihm der Krieg gerade gelegen). Fritz meldete sich in den ersten Kriegstagen freiwillig an die Westfront. Er war der einzige Mann in seiner Kompanie, der einen Heimaturlaub strikt ablehnte. Er verschwand einen Tag nach Kriegsende spurlos, soll aber an der französischen Atlantikküste mehrmals gesehen worden sein.

„Der Wahnsinn ist gekommen alles ist vorbei die Kinder schrein nach Rache du bist auch dabei. Du nimmst die Gitarre und schlägst sie alle tot. Du kotzt auf den Wohlstand brichst jedes Gebot“ (Freiheitskämpfer). Abgesehen von der nichtexistenten Interpunktion, die selbst ich als sparsamer Kommate recht „dürftig“ finde, ein inhaltlich vielsagendes Beispiel. Erstens: „In der Hand des wahren Kämpfers ist alles eine Waffe“ (Bruce Lee). Demnach auch Gitarren, auch wenn ich persönlich dicke Äste und Knüppel vorziehen würde, aber jedem so wie es ihm in der Hand liegt. Zweitens: „Würfel und Nudelsalat kotzen sich relativ leicht, Gebote auszureihern dürfte schwerer fallen.“ Unbeantwortet bleibt allerdings, ob die Gebote einzeln nacheinander oder auf einen Schlag - vielleicht sogar auf zwei Tafeln - hochgewürgt wurden. Vielleicht hab ich hier auch nur etwas falsch verstanden, aber dann macht mich nicht verantwortlich, soll der Herr sich doch klar ausdrücken! Nichts falsch verstehen kann man allerdings weiter unten, denn aufgrund des schwierigen Endreimschemas, das sich durch fast alle OHL-Lyriken zieht, mußte der Henker statt einer Axt, eines Beils, dem elektrischen Stuhl oder einer Hanfschlinge einfach einen „Colt“ benützen. Nicht, weil das vielleicht üblich ist, nein, sonst hätte es sich nicht auf „schwarz rot gold“ gereimt. In der Sowjetunion wurden die Leuten dann mit „Brot“ erschlagen, weil sich das so wunderbar auf „Rot“ reimt, gell?

Schade, daß unser Dorfpfarrer ein spindeldürrer Mann war, damit hatte dann mit der Zeile „hört den Pfarrer wie er spricht seht ihm in sein fettes Gesicht“ (Gott und die Welt) dieser Song nur noch instrumentalen Wert. 

 
 
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