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Nervaktionen 1997, Top 5:
Platz Eins (fett führend, weil weitverbreitet, allgegenwärtig
und oberpenetrant): Die Eröffnung, Ankündigung und Feier einer
eigenen „Homepage“ im Zwischennetz. Seitenweise werden die Dinger so ausführlich
und bebildert geschildert, daß man die elektronischen Prospekte gar
nicht mehr besuchen muß. Meistens sind die Dinger dann so dermaßen
lahm oder langweilig, daß einem gar nichts mehr einfällt, oder
sie sind gleich beides (lahm und langweilig). Wenn um jede Eröffnung
eines Postbriefkastens so viel Theater gemacht werden würde, meine
Fresse. Übrigens, meine E-Mail-Adresse, an der Ihr mich alle mal könnt:
khs@punk.de ... und besucht ruhig mal meine Homepage, wenn Ihr eine findet.
Platz Zwei: Blonde Ex-Ehefrauen mit einem Barbara Streisand-Kolben,
die gegen Brückenpfeiler knallen. Ich kann’s einfach nicht mehr sehen,
nicht mehr hören. Abgesehen von der vielen Kohle hatte diese Frau
aber auch rein gar nichts, was mich interessiert hätte (naja, zehn
Schränke voller Kleider, die den durchschnittlichen Transvestiten
aussehen lassen wie einen ganz normalen Salzstreuer). Ei äm not amjuhst!
Dritter Platz und damit Bronxe: Die Kriegserklärung der
Holländer an den deutschsprachigen Raum. Die Feldherren und Felddamen
(ausnahmslos blond und blöd): Ulla, Rudi, Harry und Linda aus der
Endemol-Familie. Am besten öffnet man die Polder und gibt dem Meer
zurück, was dem Meer gehört!
Viertes Treppchen: 14378278 Platten und Bands, die genau „klingen
wie“! Kostet nur Nerven, Rohstoffe und einigermaßen Geld, weil man
das ja vorher weiß, was zwischen den Rillen steckt. Coverversionen
von Punkbands, die Punkbands nachspielen, fallen selbstverständlich
auch unter diese Kalorie!
Fünf: „Dräng mir Deinen Lebenstil auf.“ Vorwiegender
Brauch von Leuten, die am Tag maximal 3 Stunden schlafen, keine Freunde
haben und mit ihrem Arbeitsplatz verheiratet sind. Diese Lichter können
es nicht verkraften, daß es für andere Menschen noch mehr als
„Arbeit“ gibt, so etwas wie „Freizeit“ existiert und „Zufriedenheit“ keine
Variable ist, die vom Pegelstand des Geldbeutels abhängig gemacht
werden kann. Letztendlich sind es diese Schweinepriester, die diesen Planeten
in den Mülleimer totschuften. Luxus 1998 ist es, nicht überall
und jederzeit erreichbar zu sein! Mir egal, ob Euer tragbares Luxustelefon
den Niederschlag in Guatemala auf Knopfdruck parat hat, ich telefoniere
sowieso nicht gern.
... beim Ausgraben dieser Liste im Jahre 2002 stelle ich
mit Erstaunen fest, dass sich NICHTS, aber auch gar NICHTS geändert
hat. Naja, ein paar Sachen sind dazugekommen, das war's dann aber auch
schon! |
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