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In den Katzenjammerzeiten allgemeiner Diversifikation der Szene wird
es ... Oh, Entschuldigung! Da, wo sich jetzt heute “die” Szene in immer
kleinere Grüppchen aufteilt, die wo ganz verschiedene Geschmäcker
und Eigentheiten tun haben, wird es immer schwieriger, einen gemeinsamen
Nenner zu finden und – ja jetzt leck mich doch, kauf Dir ein Wörterbuch
– kommunikative Grundlagen zu schaffen. Es geht nicht darum, Brücken
zu schlagen und eine Metaebene für etwas zu finden, das vielleicht
gar nicht zusammengehören soll, sondern Knotenpunkte zu markieren,
mit denen jeder etwas anfangen kann, egal, ob er sich auf emotionell
veranlagten Posthardcore aus einem Vorstadtstraßenzug aus Detroit
oder auf diverse Nebenprojekte ostdeutscher Kellercombos spezialisiert
hat. Diese Knotenpunkte liegen selbstverständlich in der Vergangenheit,
sie haben etwas mit der “guten alten Zeit” und selbstredend etwas mir Dir
zu tun! Nein, es ist nicht interessant, sich auf Konzerten über die
neueste 7” von den “Erdal siblings” zu unterhalten, die sich ja bekanntermaßen
aus den Resten der überaus genialen “Spastic Epileptics” gebildet
haben, die ihrerseits zwei beachtliche Demos herausgebracht haben und beinahe
auf den ...Label .... Spätestens hier wird das Gespräch zum Monolog,
bei dem sämtliche vorher am Gespräch beteiligten Personen entweder
auf ihre Uhr schauen, sich mal kurz auf’s Klo verpissen oder einen dringenden
unaufschiebbaren Termin an der Bar haben. Das Hier und Jetzt interessiert
so gut wie niemanden mehr, Deine speziellen Interessen sind so aufregend
wie die heimliche erotische Beziehung zu Deinem geliebten Zimmerkaktus,
den Du Dir ab und an mal in die Unterhose schiebst. Nein, damit machst
Du Dir keine neuen Freunde, darüber spricht man nicht, weil es eigentlich
auch keine Sau wirklich interessiert. Such Dir für so etwas eine anonyme
Diskussionsgruppe, bezahl einen professionellen Zuhörer (Psychater
nennt man diese Leute), oder eröffne eine Newsgruppe im Internet,
vielleicht findest Du für so etwas ja einen Gleichgesinnten in Sri
Lanka oder Dubai, die sollen ja auf so etwas abfahren wie Koalabären
auf Eukalyptusbonbons – Kakteen, nicht die “Erdal Siblings”.
Nun, wo liegt der Hund begraben, daß der abgewrackte Sifferheinz
da hinten labern kann was er will, liegen ihm Frauen wie männliche
Wesen zu Füßen und Dir schüttet noch nicht einmal jemand
ein Bier über die Jacke? Weil er nicht über Platten redet wie
Du, denn Platten kann man kaufen, ganz im Gegensatz zu Erinnerungen! Erinnerungen?
Ja, genau Erinnerungen, und damit sind jetzt nicht etwa Dein erstes Mal
vom 5-Meterbrett, der abgebrochene Tanzkurs, Deine erste Kippe, der Urlaub
mit den Eltern auf Norderney, sondern “szenerelevante Dinge” gemeint, schließlich
bewegst Du Dich ja in einer solchen! Da kannst Du mit vier Pfund farbigem
Revelation-Müll daherkommen oder die Ostwestküste (77-98) komplett
haben, es interessiert keine Sau, wenn da jemand ist, der 1976 von Iggy
Pop die verschwitzte Unterhose ins Gesicht gesemmelt bekommen hat (die
er dann leider nach hartem Kampf an eine Gruppe hysterisch-ironischer Kampfgroupies
abgeben mußte).
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