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How much is a hamster? Nicht
viel, möchte man meinen. “Aaaber”, und da sind wir schon nach nicht
einmal drei grammatikalisch vollständigen Sätzen beim “aber”.
Was, ein “aber” an dieser Stelle? Ein “aber” an diesem Ort? Ein “aber”
bei der Kostenschätzung dieser putzigen Schlafmützen? “Putzig”,
fürwahr, so sollte man wohl meinen, aber die kleinen verschlagenen
Nager sind Meister der Tarnung und der Verstellung. Hinter dem aufgesetzten
putzigen Äußeren verbirgt sich eine von der Verbraucherindustrie
herangezüchtete Vernichtungsmaschine, die ihresgleichen sucht, aber
dazu später. Nun, was kostet ein Hamster? In der Anschaffung? In der
Haltung? Über die Dauer seines ganzen verruchten Lebens? Letzteres
interessiert uns, denn kein Schwein schafft sich einen Hamster an, läßt
ihn verhungern, stopft ihn aus, setzt ihn als Bücherstütze neben
den ebenfalls verhungerten Beo ins Regal und kauft sich einen neuen mit
dem Hungerverfallsdatum von zwei Wochen. Es geht darum, wieviel ein Hamster
Zeit seines Lebens an Kosten verursacht. Dies ist ein ein Artikel, nein,
ein Manifest gegen die fahrlässige Unterschätzung bei der Anschaffung
eines auf den ersten Blick genügsamen und “günstigen” Haustieres.
Es ist eine Warnung an alle finanziell auf wacklige Beine gestellten Existenzen,
die sich mit dem Gedanken tragen, ihr armseliges Dasein mit einem solchen
Fellbatzen zu teilen. Gleichzeitig ist es die Geschichte von “Eric” (respektive
“Erika”), dem Transvestitenhamster, meiner großen Finanzkrise und
einer handvoll zerbrochenener Freundschaften.
Geburtstage gehören ausgerottet, abgeschafft oder wenigstens verboten. In erster Linie sollte man sie wegen der unsäglichen Geschenke aus der Welt schaffen. Was bekommt man nicht alles für einen Müll, über den man sich mit innerlicher Enttäuschung außerlich den Hintern abfreuen soll. Immerhin, die Jugendtage der schrecklichen Kleidungsstücke waren vorbei - zudem bin ich mit einem Fertigungsdatum im Mai gesegnet, was mir die unbeschreiblichen “warmer-Rollkragenpulli-Arien” von vorneherein erspart hatte. Früher waren Geburtstage die Tage der unbeschwerten Überraschungen, allesamt äußerst kreativ, von Herzen und mit Freude ausgesucht. So war es jedenfalls, bis zu diesem einem 12. Tag im Mai, an dem ich etwas ganz Besonderes bekommen sollte. Ein Geschenk von echten Freunden, das diese Freundschaft im Laufe der nächsten zwei Jahre in eine schwere Krise stürzen sollte. Kein Geburtstag nach diesem 12. Mai war mehr wie die Geburtstage davor, vorbei, Schluß, aus, fertig mit “netten” Geschenken. Seither schenken wir uns untereinander nur noch die ausgefallensten hässlichen Dinge, von denen wir sicher sein können, daß sie dem Beschenkten nicht weniger als ein Magengeschwür bescheren wird. Seit diesem Tag gab es all das, was sich “normale Leute” unter Vorgabe von Liebe und Zuneigung schenken: Krawatten, Parfum aus den 60ern, antike Rasierapparate, verkratzte Schallplatten vom Flohmarkt, alte Schulbücher, verrostete fahruntaugliche Mopeds, exotische Rennbahnen ohne Autos und gebrauchte Haustiere aller Art, je größer und sperriger, desto besser. Nun, besagter Geburtstag war
zuerst wie alle anderen auch, die stattgefunden hatten, seitdem ich 18
geworden war und nichts mehr hatte, auf das ich mich freuen konnte. Mit
18 hast Du hierzulande ja alles erreicht. Du kannst endlich alleine Auto
fahren, in all die Schmuddelläden, die Du vorher nur mit einem schlechten
Gewissen betreten hast, Dir ohne Folgen eine Alkohlvergiftung zuziehen
und unterhaltspflichtig werden. Nach dem 18. Geburtstag gibt’s als Challengeannuals
wahrscheinlich nur noch die “65” und den damit verbundenen Eintritt ins
Rentenalter.
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