. Das angehängte Dokument enthielt umfangreiche Belege und Beweise dafür, daß wir über die offiziellen Medien nicht die Wahrheit über das Internet gesagt bekommen. Wären wir jetzt bei Akte-X, jeder würde vermuten, daß das Internet, wie wir es kennen, außerirdischen Ursprungs wäre, ist es aber nicht, es ist viel schlimmer!
Nach den Unterlagen, die mir vorliegen, war das Internet entgegen offizieller Darstellungen nicht Hackerfood im Osten, wie im Westen: Pizza, Coke und Kippen die Erfindung der Amerikaner und ist auch nicht aus der Verknüpfung militärischer Großrechner entstanden. Alleine schon diese Version hätte einen normaldenkenden Menschen stutzig machen müssen. Da entwickeln die Amerikaner ein hochgeheimes Rechnernetz, mit dem sie durch geballte Rechnerleistung Atomtests simulieren wollen und vom einen auf den anderen Tag hat zu diesem Netz der Geheimhaltungsstufe 1A Hunz, Kunz und der Perverse von nebenan Zugang! Statt militärischer Daten wird nun über milchdrüsige Hausfrauen debattiert, in Bastelkursen entstandene Familienalben blockieren wertvolle Ressourcen und haste nicht gesehen, plappert die halbe Welt in diesem Verbund durcheinander!? Beim Militär herrscht Disziplin, da gibt es klare Vorschriften, wer wann was zu sagen hat, wem die Einrichtung gehört und wer für die ganze Sache verantwortlich ist. Wenn man sich das Internet, einen anarchischen, losen Verbund einzelner Rechner, so ansieht, für die kein Mensch irgendwelche Verantwortung für nichts übernimmt, sollten einem doch langsam Zweifel an der offiziellen Version kommen! Nein, das Internet ist ganz und gar ein Kind des DDR-Regimes, das bereits 1960 seine ersten Gesichtszüge bekam. In monatelanger Heimarbeit schafften es, die zwei bis dahin relativ unbekannten Hobbyelektronikbastler Erich Mielke und Markus Wolf aus einigen Kosmos-Elektronikbaukästen die ersten zwei funktionierenden Kleinrechner auf Prozessorbasis VEB-Tabakwarenzu entwickeln und diese über eine Strecke von mehr als 20 Meter miteinander zu verknüpfen. Die beiden waren das, was man vor ein paar Jahren noch als Computerfreaks bezeichnet hätte, heute würde man sie eher “Informatikstudenten” nennen. In nur zwei Jahren entwickelten die beiden an ihren freien Abenden und an langen Wochenenden, jenseits ihrer normalen Berufe unbemerkt von anderen staatlichen Organen ein erstes zuverlässiges Heimrechnernetzwerk mit eigenem Betriebssystem (dem O.S-T 1.0), das bis in die späten 70er die Grundlage für den Datenverkehr im wachsenden Internet der DDR bildete und es bis auf die Versionsnummer O.S-T 2.25 brachte, die kurz nach dem letzten Parteitag der damaligen DDR an ausgewählte Betatester verteilt wurde (im Gegensatz zum Westen, wo man Software, die noch nicht 100%ig lauffähig ist an den Endverbraucher verkauft, wurde sie in der DDR kostenlos verteilt). O.S-T hatte in der ersten Version einen karge Bedieneroberfläche, ähnlich den ersten Versionen der Betriebssysteme von Microsoft, nur Jahrzehnte früher. Bereits 1962 präsentierten die beiden auf der Leipziger Herbstmesse ein Kleinnetz von mehr als fünf miteinander vernetzten Kleincomputern, das noch vor der offiziellen Eröffnung der Messe zur Chefsache erklärt und von der öffentlichen Zurschaustellung ausgeschlossen wurde. Fortan übernahmen Spezialisten der damaligen Büromaschinenwerke Robotron aus Sömmerda bei Erfurt die heikle Aufgabe, in aller Stille eine schnelle Entwicklung dieser Technologie zum Nutzen und Fortschritt des Sozialismus voranzutreiben. In den Labors des ehemaligen Schreibmaschinenwerkes wurde dem Betriebssystem die nötige Stabilität und die erste sozialistische Bedieneroberfläche (spartanisch aber praktisch) verpaßt und dem Stab im Frühjahr 1963 vorgestellt. Für den Praxistest wurden die ersten in der damaligen DDR entstehenden Devisenabschöpfungsstellen, die sogenannten Intershops auserkoren, die mittels dieses Kommunikationssystems ihre Versorgungsengpässe besser in den Griff bekommen sollten. Geplant war eine Vernetzung der bestehenden Intershopniederlassungen mit der zentralen Verwaltung in Berlin. Über das Netzwerk sollten in erster Linie die Bestellkommunikation und eine einheitliche Preisgestaltung realisiert werden, was entgegen aller Erwartungen problemlos bis zum Niedergang der DDR funktionierte (kein Intershop hatte jemals mehr Mangel an Westwaren oder Totalausverkauf eines Artikels zu vermelden, im Gegensatz zu den staatlichen Geschäften ohne die Möglichkeit der datentechnischen Bestandsführung mit Berlin). Das System war so erfolgreich, daß es den passenden Namen “Internetz” (abgeleitet aus Intershop und Datenverbundsnetz) bekam, das sich durch einen Schreibfehler in der Betriebsanleitung auf “Internet” verkürzte. Selbstverständlich liefen die Leitungen auch über die Firma Horch und Guck, die ebenfalls von der neuen Technologie profitierte und den Datenaustausch zwischen den Filialen und der Hauptstelle in Berlin auf Mißwirtschaft hin überwachte. Die Robotron Maschinenwerke wurden zur Robotron Anlagenbau und begannen in den späten Siebzigern mit der Entwicklung von Personencomputern, die von den “Abfällen” der Entwicklungen aus dem Internet gefüttert wurden und einer strengen staatlichen Kontrolle unterlagen, ganz im Gegensatz zu den Entwicklungen der Abteilung “I” bei Robotron, die keinen Vierjahresplänen unterlagen. Jeder Computerbesitzer weiß, was vier Jahre in der Computerwelt ausmachen. Die erste Cybersexbrille aus Kombinatsproduktion: Carl-Zeiss-Jena, 1972!!!
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