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Die Nazis lesen Sturmtruppen, weil es bei der Wehrmacht
immer etwas zu lachen gab. Daß Krieg urkomisch ist, selbst wenn man
in der Wehrmacht dient, das wußten schon die Franzosen, Ungarn, Polen,
Tschechen, Rumänen, Dänen, Belgier ... zum Glück gab es
damals in der Marschverpflegung keine Comics. Hätte es welche gegeben,
dann wären die Sturmtruppen fester Bestandteil gewesen!
Gaston ist Mumpitz, denn so einen Trottel hat fast jedes Büro,
freilich verteilt auf mehrere Personen. Auf eine Figur
konzentriert ist Gaston ein Fall für den Arbeitslosenmarkt, ohne jegliche
Chance auf Vermittlung.
Als Außenseiter würde ich ”YPS” bezeichnen, das als Comic
nach jahrelanger Abstinenz überhaupt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen
hat. Was in Erinnerung blieb, ist das ”Gimmick”, und selbst das war nur
ein Überraschungsei ohne richtige Überraschung und mit ohne Schokolade.
Von daher behandeln wir es auch nicht ernsthaft als Comic, sondern als
Bastelset mit überdimensionierter Bauanleitung.
Die Propagierung von Feigheit, Opportunismus, Doping und Egoismus erfahren
wir in Asterix, der Alptraumvision eines farbenblinden Franzosen. Leichtfertig
wird in Asterix die Verwendung von Aufputschmitteln zelebriert, verharmlosend
wüste Schlägereien mit Körperverletzungen heruntergespielt
und leidenschaftslos Drogen unter dem Vorwand einer ”guten Sache” konsumiert.
Es gibt keinen Beipackzettel zu den Zaubertrankdosierungen und den möglichen
Nebenfolgen, nichts. Ganz Gallien steht unter dem Joch der Römer.
Na Dankeschön, die restliche Welt zählt ja nicht, denn jeder
Lateinschüler weiß, daß Gallien nur ein Stein im großen
Puzzle der Unterdrückung durch die Römer war. Schön und
gut, ein kleines gallisches Dorf ist nicht besetzt, weil sie im Besitz
von harten Drogen sind, die es ihnen ermöglichen, jederzeit den römischen
Eindringlingen die Stirn zu bieten. Aber sie sind nicht bereit diese Möglichkeiten
mit anderen zu teilen (quasi eine RAF im Steroidenrausch und Lokalkolorit).
Das revolutionäre Potential, das in diesem Dorf steckt, mündet
in einer halbdemokratischen Dorfgemeinschaft mit einem gewählten Oberhaupt
(obwohl das Oberhaupt auch ganz anders zu seinem Posten gekommen sein kann,
wenn wir ”Der Kampf der Häuptlinge” richtig interpretieren). Die Herren
Obelix & Co. bekämpfen das römische Joch nicht wirklich,
sie beharren auf dem Status Quo, weil sie sich davon Stabilität für
ihr eigenes System versprechen. Ohne den äußeren Feind würde
die Dorfgemeinschaft zweifelsohne zerfallen – in der Abgangsreihenfolge:
Barde (besseres Engagement), Verleihnix (der bei freiem Handel ruckzuck
pleite wäre), Automatix (Angebot aus der Industrie), Obelix (käme
bei seiner Rauflust ruckzuck in den Knast) ... etc.! Was den Opportunismus
angeht, so paktieren die Gallier zu ihrem Vorteil auch durchaus einmal
mit dem Klassenfeind und sind Sklavenhaltern wie Kleopatra zu Diensten.
Was für Werte werden hier eigentlich Jugendlichen vermittelt?
Das einzige wirklich politisch akzeptable System wird bei den ”Schlümpfen”
praktiziert. Ein nach kropotkinschem Modell gelebter autarker Agraranarchismus,
bei dem es weder einen polizeilichen Repressionsapparat, Gefängnisse
noch Zahlungsmittel gibt. Das völlige Fehlen der Polizei sowie eines
ständigen Parlamentes ist Beweis genug, daß es ”trotzdem” funktioniert,
wenn alle wichtigen Entscheidungen basisdemokratisch entschieden werden.
Kritiker könnten hier einwerfen, daß ”der Große Schlumpf
eigentlich eine diktatorische Stellung einnimmt”, müssen sich allerdings
gefallen lassen,
daß ein solches System ohne einen Repressionsapparat oder andere
Institutionen, die zur Durchsetzung seiner alleinigen Entscheidungsgewalt
nötig wären, nicht funktionieren würde. Der Ggroße
Schlumpf hat vielmehr eine ”beratende” als eine letztendlich ”entscheidende”
Funktion. Einschränken muß man das Beispiel der Schlümpfe
übrigens seitdem Peyo, der Vater dieser blauen Zwerge, vor ein paar
Jahren verstorben ist. Seither leitet sein Sohn die Geschäfte, und
der hat recht wenig vom Vater mitbekommen (wahrscheinlich noch nicht einmal
Schlümpfe gelesen). Seither ist es aus mit dem dörflichen Frieden,
weil sich Landwirte eben nicht so gut für den Plüsch- und Gummifigurenmarkt
eignen. Wie man seinen Kindern allerdings eine Lebensgemeinschaft - abgesehen
von der politischen Seite - erklärt, die zu über 99% (100 Schlümpfe
+ ein Retortenschlumpfinchen) aus männlichen Zwergen besteht, das
dürfte ein anderes Problem sein. Aber schließlich poppt Donald
ja auch nie mit Daisy!!! Schönen guten Tag noch! KHS |
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