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Weniger schlimm ist der Wegfall der Hansi Müller-Poster in jeder
einschlägigen Jugendzeitschrift aus dieser Zeit. Obwohl der eigentlich
ja gar nicht singen konnte und kein Pferd war, war er trotzdem fast in
jedem Heft, der eitle Knopf.
Wo wir gerade bei Sport sind, dort sind ebenfalls herbe Verluste für
die Konsumgesellschaft zu beklagen, z.B. (was jetzt auf die Kappe der Design-
und Marketingabteilungen der Hersteller geht) Adidas Alround sowie die
legendären Samba Spezial Turnschuhe. Alround hatte jedes Mädchen,
Samba Spezial jeder anständige Kicker. Seufz.
Fortbewegungsmittel: Eine ganze Reihe von Unfällen, die eine spätere
Pubertät der Verunglückten ausschlossen, bedeuteten das Ende
"des Fahrrads" dieser und etwas früherer Jahre, das des Bonanzarads.
Höchst unpraktisch für Stürze jeder Art, mit der berüchtigten
Gangschaltung auf der Rahmenoberseite, dem Bananensattel, in der verschärften
Form mit extralanger Gabel (und Fuchsschwanz an selbiger), war dies das
Rad der Jugend von damals. Heute fährt man BMX oder Mountainbike,
wo bleibt da das Risiko? Das Bonanzarad, der Chopper unter den Fahrrädern,
war das Element der natürlichen Fortpflanzungsauslese - wen es mit
dem Ding hinschlug, der setzte dank der Gangschaltung seine noch zu entwickelnden
Fortpflanzugsorgane auf's Spiel, vorausgesetzt er war ein Junge. In etwa
dieser Zeit ging auch Kreidler
pleite. Unverständlich, hatte es doch mit dem Flory Mofa eines der
wenigen Frisierherausforderungen der damaligen Zeit. Zum Glück gibt
es noch Kampffrisierer, die auf das gute Material schwören und die
Flory hochhalten. Es gibt doch kaum schöneres als eine Flory,
die mit 95 Sachen an Dir vorbeiflitzt, hinterher ein Auto mit Blaulicht
ohne jede Chance.
Aber, um etwas für Mädchen zu finden, Creme 21 gibt es ja
auch nicht mehr. Die Hautcreme in der orangeroten Urnenverpackung. Ob die
wohl pickelfördernd war? Hab die nie benützt und nehm die hier
nur für Silke mit auf.
Nochmal Jungs: Wo sind die meterlangen Spuckrohre? Die Mickerdinger,
die heute in den Läden gehandelt werden, eignen ja nicht einmal zu
Mäusejagd, geschweige denn dazu, um auf unliebsame Zeitgenossen zu
schießen.
Getränke + Brause: An Slush Puppie ist wohl das eine oder andere
Kind eingegangen. Ein ekliges Gesöff und garantiert unhygienisch.
Vielleicht hat hier nur das Gesetz des Marktes gewirkt und keine fremden
Kräfte, denn was sich nicht verkauft, weil es Scheiße schmeckt,
das muß einfach eliminiert werden. Jedenfalls wech isses. Und, um
bei ekelhaften Getränken zu bleiben, Tritop Sirup (auch ein Gesöff
mit Ekelfaktor 10) und Ahoi-Brausepulver, alles Schnee von gestern. Beim
Brausepulver mußte man den Inhalt einer Tüte in ein Glas Wasser
geben, dort schäumte es ein wenig und schmeckte dann widerlich. Nein,
ich habe keine Ahnung warum wir das tatsächlich getrunken haben, vielleicht
war es eine Mutprobe.
Nachdem immer mehr Kinder die gesunde Plastikverpackung der Brauseröhrchen
einfach mitaßen, hagelte es Proteste seitens geschädigter Verdauungsorgange
sowie Klagen besorgter Eltern, das war das Ende besagter Brauseröhrchen.
Und die schmeckten wirklich, besonders gut war die Plastikverpackung, auf
der konnte man stundenlang herumkauen.
Rock Pops, diese köstlichen Brausekristalle, die so herrlich auf
der Zunge herumknisterten, die eine Flasche zum Zerbersten bringen konnten,
wenn man genügend davon in eine solche gab und dann den Deckel wieder
verschloß; und, nebenbei bemerkt, ein bis zwei gefräßigen
Bälgern die Lunge aus den Ohren preßte, weswegen sie auch wieder
vom Markt genommen wurden.
Diverses und Obskures: Kaum tragisch dürfte der Verlust der Riechrubbelbilder
sein, die jahrelang vor sich hinstanken, wenn man nur an ihnen rubbelte.
Herb dagegen ist der Verlust der Pril-Blumen, die mindestens so kultig
wie grünes Apfelshampoo sind. Spitzendesign, das sich an jeder Küchenkachel
festsaugte und so das Auge auf Jahrzehnte beleidigte. |
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