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Die wichtigsten Ereignisse 1997, die ich leider hier unterbringen muß,
weil die ARD auf meine wiederholten Angebotsschreiben (41 Stück, um
genau zu sein), diesen ganz persönlichen Jahresrückblick für
ein kleines Entgeld in die nutzlose Sendezeit zwischen Weihnachten und
Neujahr aufzunehmen nicht reagiert hat. Wahrscheinlich war die blöde
blonde geschiedene und unangeschnallte Bourgeosiemutter wichtiger als die
Ereignisse, die die kleinen Leute wirklich bewegen! Man muß sich
nur mal vorstellen, daß die mit diesem häßlichen Grottenolm
(der mit den abstehenden Ohren und der Gnubbelnase mitten im Gesicht) ganz
am Anfang ihrer Ehe auch noch geschlechtlichen Verkehr hatte. Igitt, da
wird mir doch gleich schlecht. Mal im Ernst, nur weil das blonde Schneewittchen
sich seinerzeit einen Typen geangelt hat, der von Beruf Thronfolger (kurz
danach Abdanker) ist und einen Haufen Zinnomobilien nebst Kleingeld hat,
deswegen wird die ja nicht gleich automatisch „weltbewegend“. Nur wegen
dem Bankkonto muß man den Typ doch nicht erst heiraten und sich dann
später ekeln. Da ekelt man sich doch gleich! Und lecker sah die Torte
auch nicht aus, jedenfalls nicht wirklich! Hnchach, Schulz jetzt. Die Sachen,
die mich 1997 wirklich bewegt haben: Die Anschaffung einer Spülmaschine.
Nie wieder rauhe Hände, nie wieder Unterteller beim Spülen ganz
langsam versenken. Die Viecher: Evchen, Madonna, Milva. Die Katze
kommt, bleibt, die Hamster gehen. Mein Nachbar hat seine vierte CD
bekommen. Er besitzt jetzt folgende Tonträger: Kelly Family „Over
the Hump“, Die Toten Hosen: „Bis zum bitteren Ende live“, Einen Techo-Sampler
(nur zweimal gehört, einmal davon war er nicht einmal zuhause, aber
die CD hat tapfer acht Stunden lang auf ihn gewartet, sie hat einen Kratzer)
und ganz neu: Sheik Achmed und seine Kamelschänder oder so (ich kenn
die Band nicht, ist auf jeden Fall Muezzin-Gejaule mit Tekkno-Beat, grauenhaft).
Und als 5. Tonträger möchte ich nicht das Weihnachtsvideo der
irisch-kölnischen Inzuchtfamilie unterschlagen. Seine Hörkraft
hat in den letzten zwölf Monaten um mindestens 50% abgenommen, was
mich nicht wundert, wo er doch immer so laut Musik hört, daß
die ganze Straße daran teilhaben darf. Selbst die Band, die im einzigen
Luftschutzkeller zwei Häuser weiter probt, hat sich schon beschwert.
Naja, hört er schlechter, macht er eben noch lauter. Da sein Musikzimmer
genau unter meinem liegt, warte ich nur auf den Tag, daß ihm mal
die ganzen Schallplatten auf den Kopf fallen, wenn die Tragfähigkeit
der Decke wieder mal unter den Vibrationen des Muselmanenbeats leidet.
Oh, und er hat eine Freundin, die ihn locker unter den Tisch säuft.
Wenn’s ruhig ist, dann saufen sie, wenn’s laut ist, dann zappen wir durch
das Musikprogramm und wenn es weniger laut ist, dann wird gezankt, dufte.
Hab ich schon gesagt, daß ich eine andere Wohnung suche? Kommt dann
1998! Neuer Fernseher. Klasse Markengerät, hielt genau 1 ½
Stunden, dann war Schicht. Leider war’s ein „Grauimport“ (obwohl, ein Farbfernseher
war’s schon), keine Garantie, kein Umtausch, Sondermüll! Dieter Bohlen
schlägt Verona Feldmaus. Ok, Dieter ist ein ziemlicher Schleimsack
und hart an der Kotzgrenze, aber macht man sowas? Nachdem das dämliche
Kichermaul jetzt auf Ero-hihihi-tik-hihihi macht, kann ich das noch viel
weniger verstehen. Als richtiger Macho hätte er sie gleich erschießen
müssen, ich bin enttäuscht. Aber, obwohl, sagen darf man ja sowas
nicht, dann denk ich’s mir eben.
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| Das in der ADR-Fernsehlotterie gewonnene "ruhige Haus
in idyllischer Lage" erwies sich als riesengrosser Schwindel. Die Hütte
mit seinen insgesamt 10,5m² war eine umgebaute ehemalige Bedürfnisanstalt,
mitten im Stadtpark gelegen und hatte weder Strom noch Kabelanschluss,
ausserdem war der Radioempfang hundsmiserabel. Dafür gab es zwei Toiletten,
drei Urinale und mehr fliessend Wasser aus den undichten Rohren als es
gesund gewesen wäre. Rotkäppchen schwor sich, beim nächsten
Loskauf etwas genauer hinzusehen. |
Suicidal-Tamagotcha: Erst hab ich ihn zum Krüppel
erzogen (alle zwei Stunden verprügelt, statt was zu essen) und dann,
kurz bevor er sterben wollte, mit dem großen 2-Kilo-Hammer exkommuniziert.
Sind ja nicht einmal richtige Viecher, sonst wär’ der Herzschrittmacher
meines Großvaters ja auch ein Lebewesen.
Gewichtszunahme:
Kein Kommentar! Ferien in Lummerland. Ein heiteres, bisweilen kühles
Unterfangen unter lauter Leuten, die ich nicht verstehe. Ihrerseits verstehen
sie übrigens fast alles. Naja, fast. Im Urlaub mehr geschuftet
als bei der Arbeit, trotzdem erholt. Dort habe ich mir übrigens endlich
das zu Herzen genommen, was dieser neudeutsche Anschlußgewinnler
in irgendeinem Leserbrief von sich gegeben hat. Ich habe eine Schaufel
in der Hand gehabt. Zweifelsohne bin ich nun ein besserer Mensch geworden,
weil ich hatte ja jetzt eine Schaufel in der Hand. Ist der „Held der Arbeit“
nun zufrieden, wahrscheinlich nicht, denn das wird er nie sein! Geh doch
nach weiter drüben, Du Arbeiter!
Lieblingspflanze: In der Blüte
ihrer Jahre verstarb das gute Ding. Es gab eine Feuerbestattung in Raten.
Schule. Anne schafft eeeeendlich ihre Prüfung, damit bin ich
nicht mehr alleinverantwortlicher Penunzenheranträger und auch Ausgeber
in dieser Haushaltung. Trotzdem geht nicht mehr in den Kühlschrank
hinein, verdammt. Furthermore, allenthalben gab es jede Menge Rezessionsschick
(vor
der RR: Rezessionschic), kaum eine wirklich grandiose Band und nur wenige
wirklich nennenswerte Tonträger! Fernsehen: Die Mattscheibe
macht ... ja was? Pause, aufatmen. Reality-TV. Was keiner mehr zu glauben
wagte: Ende 1997 beginnt die neue Staffel der Fussbroichs, das ist
Entertainment, das ist Kult. 1998 kann kommen. Und Ihr, seid ruhig schon
mal vorab betroffen, man weiß ja nie! |
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