| Ohne ein bisschen Schrauberei
kommt man bei einem Ultraleicht nicht über die Runden. Und der Vergaser
gehört mit Sicherheit dazu. Selbst mit wenig Technikkunde kann man das
Grundlegende selbst erledigen. Ein Schraubenzieher reicht dazu aus.
Standgas
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Motoren im Stand, also ohne Leistung
abgeben zu müssen, sollten ruhig und mit wenig Benzinverbrauch vor sich
hinbrummen. Bei Einzylindern ist das eher ein Schütteln und selbst
Zweizylinder vibrieren noch gehörig. Im Gegensatz zu Motorradmotoren
liegt die Drehzahl bei den Ultraleichten um einiges höher. Bei sonst
normalen 800 - 1000 rpm würde der UL-Motor viel zu unrund laufen. Das
liegt v. a. am Propeller, denn der will mit einiger Power in Schwung
gehalten werden. Und im Leerlauf ist die Leistungsabgabe des Motors dazu
viel zu gering. Ein Motorradmotor braucht sich im Leerlauf ja nur
selbst in Schwung zu halten. Also muss die Leerlaufdrehzahl um 2000 - 2400
Kurbelwellenumdrehungen pro Minute liegen.
Am Bing-Vergaser - und dieser wird hier
exemplarisch vorgestellt, denn er ist in den meisten Fußstart-UL verbaut
- ist hier die große Schraube maßgebend. Dreht man sie nach rechts,
erhöht sich die Leerlaufdrehzahl, links gedreht verringert sie sich. Aber
Vorsicht beim Einstellen! Ein Helfer sollte immer das Gerät gegen
Vorwärtsrollen zusätzlich sichern. Wer mit dem Propeller Bekanntschaft
macht, braucht mindestens einen Arzt.
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Mit Schraube 1
wird das Standgas reguliert; mit Schraube 2 das
Leerlauf-Gemisch. Vorsicht beim Einstellen! Der laufende
Propeller bedeutet Lebensgefahr. Wer nicht beim Schrauben den Motor
abstellt, sollte bei laufendem Triebwerk durch einen Helfer das
Wegrollen oder unbeabsichtigtes Gasgeben sichern. |
Leerlauf-Gemisch
Mit der kleineren, in der Vertiefung
sitzenden Schraube, wird das Leerlaufgemisch geregelt. Dreht man die
Schraube heraus, bekommt der Motor mehr Luft als Benzin, sprich das Luft-
Kraftstoffgemisch wird magerer. Hineindrehen hingegen führt zu einem
fetteren Gemisch. Als Anhaltspunkt kann man etwa 2 Schraubenumdrehungen
heraus von eingedrehten Punkt aus ansetzen.
Hauptdüse
Für PPL-Flieger gehört die
Gemischregulierung während des Fluges zum Alltag. In 3000 m Höhe ist die
Luft schon merklich dünner. Der Motor bekommt damit weniger Sauerstoff
pro "Atemzug". Die Folge wäre ein zu hoher Kraftstoffanteil.
Der Motor läuft ob des zu fetten Gemisches unrund, verliert deutlich an
Leistung.
So hoch fliegen wir mit dem UL wohl selten.
Trotzdem macht es schon einen bemerkenswerten Unterschied aus, ab man in
der Norddeutschen Tiefebene oder im Bergland startet. Ein weiterer Faktor
ist die Lufttemperatur. Warme Luft dehnt sich bekanntlich aus. Also ist in
einem "Atemzug" 30 Grad warmer Luft absolut weniger Sauerstoff
enthalten als in kalter, trockener Winterluft. Wen wundert es da, dass im
Sommer der Motor in 2000 m Meereshöhe bei Vollgas nicht mehr ordentlich
zieht?
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Hier hilft der Tausch der Hauptdüse. Dazu
muss man den Schwimmerdeckel abnehmen und mit einem Gabelschlüssel die
goldgelbe (Messing!) Schraube herausdrehen. Die Hauptdüse wird dann gegen
eine kleinere (z. B. 150 gegen 155) ersetzt. Jetzt kann weniger Sprit
durch. Der Motor läuft magerer.
Vorsicht! Nicht vergessen, bei kälterem
Wetter und/oder niederen Flughöhen die kleinere Hauptdüse wieder gegen
eine größere ersetzten. Denn läuft der Motor zu mager, überhitzt er
schnell. Das führt in den meisten Fällen zu Kolbenfressern oder einem
Loch im Kolbenboden. Bei zu großer Hitze dehnt sich das Material so stark
aus, dass der
Kolben (Kolbenringe) nicht mehr in den Zylinder "passt" und
einfach festsitzt. Ein kapitaler Motorschaden ist die Folge.
Im Foto eine
Hauptdüse mit der Größe 165. Bei Solomotoren werden Düsen im
Bereich 155/150 verwendet. Die 165 eignet sich beim Hirth F 33
- im Winter oder am Strand. |
Vergasernadel
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Etwas mehr Aufwand fordert die Veränderung
der Vergasernadel.
Dieser konische Metallstift ragt ja (s. Teil 1) in die
Hauptdüse und "verstopft" sie nahezu. Beim Gasgeben wird sie herausgezogen
und nun kann Benzin durch. Wird die Nadel um eine Kerbe tiefer gehängt,
öffnet bei gleicher Gasstellung der Lufteintritt zwar weiter, es kommt
aber weniger Sprit durch. Also läuft der Motor insgesamt magerer.
Die
Veränderung ist eine Fummelei, da das Ganze unter Federspannung
wieder eingebaut werden muss, es sei denn man kann den Gaszug aushängen.
Vorsicht! Kontrollieren Sie das Kerzenbild!
Läuft der Motor zu mager - Kerzenbild sehr hell - kann es schnell zu
Kolbenfressern kommen. In aller Regel ist die vom Werk eingestellte Höhe
der Vergasernadel (Kerbe 2) die richtige.
Vergasereinstellen ist eine diffizile
Sache. Wer technisch schlecht drauf ist, sollte am besten die Finger
davon lassen. Eine falsche Einstellung zerstört schnell den Motor,
zumindest aber erhöht es den Verschleiß. |
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