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Spritzerstäuber  -1-

Was Vergaser können

Ohne ihn kommt kein Motor aus, es sei denn er bekommt den Sprit direkt zugeführt, will heißen Direkteinspritzer. Bei Automotoren schon lange Stand der Technik ist die Technik bei UL-Motoren noch wenig verbreitet. Bei Zweitaktern findet man selbst im Motorradbereich in der Serienfertigung keine Direkteinspritzung. Der Grund ist einfach: Wegen der Abgasvorschriften sind Zweitakter praktisch verbannt. Die Firma Hirth bietet als einziger bei UL-Zweitaktern eine Einspritzung an.

Ultraleichte kennen keine Abgasvorschriften nach Euro "irgend ne Ziffer". Noch dürfen wir so viel Dreck in die Luft pusten, wie der Motor Lust und Laune hat. Und daher wird zur Spritaufbereitung das verwendet, was sich über Jahrzehnte bewährt hat - und billig hergestellt werden kann: der Vergaser.

Man unterscheidet prinzipiell Schwimmervergaser und Membranvergaser. Von ersteren soll hier die Rede sein.

Vergaser haben die Aufgabe, das Benzin dosiert und fein zerstäubt in den Brennraum des Zylinders zu bringen. Dazu muss noch die richtige Menge an Luft (Sauerstoff) beigemischt werden. Keine leichte Aufgabe, denn die Mischung soll über einen breiten Drehzahlbereich (Leerlauf bis Vollgas) von einigen tausend Kurbelwellenumdrehungen funktionieren. Bei 6000 Umdrehungen eines Zweitakters sind das immerhin 100 Mal in der Sekunde.

Wie funktioniert ein Schwimmervergaser?

Über die Benzinleitung fließt (oder eine Benzinpumpe befördert ...) der Sprit in einen "Vorratsbehälter, die so genannte Schwimmerkammer. Ist diese voll, so drücken die beweglichen Schwimmer gegen ein Ventil, so dass kein weiteres Benzin mehr zufließen kann. Sind die Schwimmer falsch eingestellt, kommt es zum Überlauf.

Der "Vorratsbehälter" (um 90 hochgestellt) - die Schwimmerkammer. 

Die dunklen, leichten Kunststoffteile schwimmen auf dem Benzin und drücken mit dem Stift auf einen Hebel, der das Zuflussventil für Benzin bei einer einstellbaren Höhe des Benzinlevels schließt.

Schließ es zu früh, ist zu wenig Sprit in der Schwimmerkammer und der Motor bekommt bei Vollgas zu wenig Benzin. Aussetzer sind die Folge. 

Schließ es zu spät, läuft Benzin aus dem Überlauf ins Freie. Hoffentlich entzündet es sich dann nicht! Also vor dem Start ein kurzer Kontrollblick!

Über der Schwimmerkammer befindet sich der Luftkanal. Läuft der Motor (oder wird durch den Starter bewegt) so erzeugt der Kolben im Kurbelgehäuse (wir bleiben hier mal beim Zweitakter) bei der Aufwärtsbewegung einen Unterdruck. Dadurch wird Luft angesaugt. Diese kommt üblicherweise gefiltert durch den Luftfilter von außen zunächst in den Vergaser. Dieser Luftstrom reißt in Bereich der Nadeldüse Benzin mit sich.

Diese Vergasernadel öffnet bzw. schließt einen "Verbindungskanal" = Vergaserhauptdüse (je nachdem wie viel Gas man gibt) zur Schwimmerkammer. Also kann bei Unterdruck (den erzeugt die oben vorbeizischende Luft) Benzin aus der Schwimmerkammer angesaugt werden.

Der Vergaser, geöffnet von unten. 

Die Hauptdüse:  Durch Sie gelangt das Benzin, vom Luftstrom angesaugt, in den Luftkanal, wo es zerstäubt wird. 

Wie viel Sprit durchkann wird durch eine Nadel geregelt. Beim Gasgeben wird sie hochgezogen und gibt so bei Vollgas die gesamte Hauptdüse frei. 

Welche Rolle die Größe der Hauptdüse spielt ist nächstes Thema.

Gezeigt ist ein Bing-Vergaser: Flachstrom-Schiebervergaser, Nadeldüsen-Teillaststeuerung, Leerlaufsystem, Startvergaser, Vergasergehäuse Aluminium 

Pfeil 1: die Hebel, welche von den Schwimmern hochgedrückt das Zustromventil (Pfeil 2) schließen.

Durch leichtes, vorsichtiges Verbiegen  der kleinen Lamelle beim Ventil kann die Höhe des Kraftstoffes in der Schwimmerkammer korrigiert werden.

Luft und Benzin vermischen sich, wobei das Benzin fein zerstäubt wird. Dieses Benzin-Luft-Gemisch gelangt nun - sehr vereinfacht gesagt - in den Brennraum, wo eine Zündkerze es zum richtigen Zeitpunkt entzündet.

Im nächsten Teil geht es um die richtige Einstellung des Vergasers. Was kann man überhaupt einstellen?