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Synthetische Motorenöle
Jeder Motor will gut geschmiert sein, damit er
"wie geschmiert" läuft.
Egal ob Zwei- oder Viertakter. Doch welches Öl soll man dem guten
Stück gönnen? Der Geldbeutel schlägt das billige, das Gewissen das
teuere vor. Macht nur der Markenname das Öl so teuer oder ist es
wirklich die Qualität. Und da gibt es noch ein besonderes teures: das synthetische
Öl.
Hier soll speziell der Unterschied zwischen normalen und
synthetischen Ölen herausgearbeitet werden. Kann sein, dass es für den
Laien etwas speziell zugeht, aber ganz ohne Chemie kommt man hier nicht
aus.
Woraus bestehen Öle?
Öle werden aus Erdöl gewonnen. Erdöl ist ein Gemisch aus Dutzenden
verschiedener Chemikalien, sog. Kohlenwasserstoffen.
| Das sind Moleküle,
die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoffatomen zusammen gesetzt
sind. Der Siedepunkt hängt direkt von der Länge der
Kohlenstoffkette ab. Je länger, desto höher der Siedepunkt. In der
Raffinerie trennt man durch Destillation die Kohlenwasserstoffe in
einzelne Fraktionen. Dabei entsteht Benzin (Siedebereich 30 - 200 Grad),
Kerosin (150 - 240 °), Dieselöl (200 - 370 °), sowie Schmieröle
(größer 350 °) und als Rückstand Bitumen (Teer). Aus der Fraktion
Schmieröle werden die Motoröle hergestellt. Ihre C-Zahl (= Zahl der
Kohlenstoffatome) liegt über 16. Sie sind keine Reinstoffe, sondern immer noch ein Gemisch aus
unterschiedlich langen Kohlenstoffketten. |
Formelausschnitt
eines Alkans |
"normales"
Zweitaktöl |
Beim Zweitakter wird Öl dem
Benzin beigemischt. Dabei spielt es prinzipiell keine Rolle, ob es in
den Tank kommt (Mischung 1 : 50) oder bei Motoren mit Getrenntschmierung
von einer Pumpe direkt in den Motor gespritzt wird. In
jedem Fall soll es die Lager und Laufflächen schmieren und
anschließend ohne Rückstände verbrennen. (Um nicht zu stark
auszuschweifen, gehe ich nicht auf den Viertakter ein.) Ablagerungen
teilverbrannter Öle an der Zündkerze können zu deren Ausfall führen,
Kohlerückstände auf dem Zylinderboden zur Überhitzung. Also
müssen Zweitaktöle rückstandsfrei verbrennen.
Kohlenwasserstoff-Moleküle aus langen C-Ketten verbrennen allgemein
sehr schlecht. Die Oxidation ist unvollständig. Der blaue Qualm startender Zweitakter ist nichts anderes
als unverbranntes Öl.
"Konstruiert" man nun ein Öl, das aus gleich langen
C-Ketten besteht, verbessert man die Verbrennung. So ein Öl bekommt man
leider nicht bei der Destillation in der Raffinerie, es muss synthetisch
hergestellt werden.
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Wie stellt man synthetisches Öl her?
Es gibt mehrere Verfahren Mineralöle zu verbessern.
1. Hydrocracköle Bei höherer Temperatur, Druck und mit Hilfe
eines Katalysators kann man die langen C-Ketten in kürzere brechen
(engl. cracken). Man erhält so Öle, die aus etwa gleichlangen C-Ketten
bestehen. So ein Öl verbrennt schon besser. Man kann es als
teilsynthetisches Öl bezeichnen.
| 2. Polyalphaolefine Kurze C-Ketten (Ethen) werden zu
längeren C-Ketten verknüpft. Durch richtige Steuerung der Synthese
erhält man so Öle, die aus konstant langen Kohlenwasserstoffen
bestehen. Außerdem haben sie keine Verzweigungen (Iso-Alkane). C-Ketten
mit Verzweigungen verbrennen nämlich viel schlechter als unverzweigte.
Das ist dann schon synthetisches Motorenöl.
3. Synthetische Ester In der Chemie versteht man unter einem
Ester das Produkt aus der Reaktion einer Säure mit einem Alkohol unter
Abspaltung von Wasser. Für solche vollsynthetischen Öle
verwendet man Alkansäuren und organische Alkohole. Da es sich um Reinstoffe als Edukte handelt, erhält man genau definierte
Reinprodukte. Solche Hochleistungsöle kann man an die jeweiligen
Anforderungen von Motoren, speziell von Rennmotoren anpassen. Ihre
gleichbleibenden Eigenschaften gewährleisten eine hohe Schmierkraft mit
einer rückstandsfreien Verbrennung. |
Formelausschnitt
eines verzweigten Kohlenwasserstoffs - eines Iso-Alkans |
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Motoröle auf Esterbasis
werden gezielt synthetisiert. Je nachdem welche Alkansäure bzw.
welchen Alkohol man verwendet ändern sich die Eigenschaften. So
kann man die Öle den jeweiligen Anforderungen moderner.
Hochleistungs - Motoren anpassen. |
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Klar, dass bei so viel Aufwand der
Verkaufspreis um mindestens das Doppelte
höher liegt als bei Ölen aus der Raffinerie.
Durch Zusätze, Additive genannt (Detergentien,
Antioxidationsmittel, Viskositätsverbesserer ....), erhöht man weiter
die Qualität, besonders das von Schmieröl für Viertakter. Dieses muss
ja viele Stunden extremsten Bedingungen standhalten. Aber das wäre
schon ein eigenes Thema.
Vollsynthetisches Zweitaktmotorenöl ist
wirklich teuer. Der Motor dankt es
allerdings mit höherer Lebensdauer (wird einfach besser geschmiert) und
Zuverlässigkeit (keine Ablagerungen).
Und wer nicht so viel fliegt, kann
sich ja mit einem Fliegerkameraden den großen Kanister aufteilen. |
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