Startseite der Homepage

Thema des Monats (bisherige Themen)

Flugregeln

Luft hat keine Balken - eine alte Binsenweisheit. Obwohl es sog. Luftstraßen für die Instrumentenflieger gibt,  kann niemand irgendwelche Markierungen anbringen. Alle Flugbewegungen müssen vom Piloten einschätzbar sein.

Besonders Gleitschirmflieger sind oft in großer Zahl in einem Thermikbart oder soaren im Hangaufwind. Da muss man sich auf den anderen verlassen können, muss sich verlassen können, dass er ausweicht - und zwar zur richtigen Seite.

Hier die wichtigsten Regeln:

Mindestabstand: Gesetzlich ist ein "ausreichender Abstand" vorgeschrieben, um Kollisionen zu vermeiden. Will heißen, eine Angabe in Metern gibt es nicht. Hängegleiter müssen einen  größeren Abstand zu einander halten, als die langsameren Gleitschirmpiloten. Der Abstand hängt natürlich auch direkt vom Wetter ab. Im laminaren Hangaufwind kann man fast bis auf Tuchfühlung fliegen, während in ruppiger Mittagsthermik unvorhersehbare Böen ein kontrolliertes Fliegen nicht immer möglich machen.

flugre2.jpg (3627 Byte) Kreisen in der Thermik: Treffen sich Piloten in einem thermischen Aufwind, so diktiert der höher Fliegende die Drehrichtung. Alle einfliegenden Piloten richten ihre Drehrichtung nach ihm aus, auch wenn sie nicht jedermanns Favorit sein sollte.

Direkte Begegnung: Fliegen zwei Luftfahrzeuge direkt aufeinander zu, so weichen beide grundsätzlich nach rechts aus. Das ist etwas anders als im Straßenverkehr, wo fast immer klar ist, wer ausweichen muss. In der Luft weichen beide aus. Es gibt hier keine Vorfahrt!

Überholen: Überholt wird ebenfalls rechts - anders als im Straßenverkehr

Kreuzen: Kreuzt sich der geplante Flugweg, gilt rechts vor links. Der Ausweichende fliegt nach links (Anhalten geht ja schlecht!) und kreuzt die Fluglinie erst hinter dem anderen Luftfahrzeug.

Ausweichen am Hang: Eine Besonderheit gilt beim Hangsoaren. Begegnen sich zwei Piloten am Hang, so muss derjenige ausweichen, der den Hang zu seiner Linken hat. Er weicht als nach rechts, weg vom Hang, aus. Der andere kann ja nicht nach rechts ausweichen; er hält seinen Flugweg aufrecht.

flugre1.jpg (8791 Byte)

Wenn das nun mal nicht knapp wird. An kleinen Hängen ist besondere Konzentration und Disziplin nötig.

Vorfahrt bei der Landung: Der tiefer Fliegende hat grundsätzlich das Recht als erster zu landen. Das gilt natürlich nicht, wenn über Funk oder Lichtzeichen auf Flugplätzen vom Fluglotsen Anweisungen gegeben werden. Auch auf unkontrollierten Plätzen ist den "Vorschlägen" des Flugleiters zu folgen. Unmotorisierte haben Vorfahrt vor motorisierten Fliegern, Segelflieger und damit auch Drachen und Gleitsegel Vorfahrt vor Ultraleichten, ja sogar vor Ballonen.

Sie Sorgfaltspflicht des Piloten verlangt es, dass er so vorausschauend seinen Flugweg plant, dass er keinen anderen Luftfahrteilnehmer gefährdet. Um es nochmals deutlich zu sagen: In der Luftfahrt gibt es kein Vorfahrtsrecht. Auch der von rechts kommende muss im konkreten Fall ausweichen können. Und die Luft bietet ja wegen der Dreidimensionalität mehr Möglichkeiten als der Straßenverkehr.