Geschichte

Der Stadt Teschen / Cieszyn


Eine alte Sage verkündet, daß gerade hier drei Söhne des polnischen Herzogs
Leszek: Bolko, Leszko und Cieszko nach langer Wanderung sich zusammentrafen.
Sie freuten sich so darüber, daß die im Jahre 810 an dieser Stelle die Stadt
Cieszyn (cieszyc - freuen) gründeten.


Zum ersten Mal wurde Teschen im Jahre 1155 in einem Dokument des Papstes
Hadrian IV erwähnt.
Im Jahre 1281 ist Teschen selbständiger Herzogsitz einer Teillinie der Piasten.
Mieszko I Cieszynski ist der Gründer dieser Teschener Piastendynastie.
Vom Herzog Przemko I Noszak erhielt Teschen das Magdeburger Stadtrecht (1374).

Im Jahre 1496 verkaufte der Herzog Kasimir II der Gemeinde einen Platz und
zwei Häuser, wo die Bürger ein Rathaus erbauten.
Herzog Wenzel III Adam, der 1545 die Regierung antrat, setzte die Reformation
in vollem Umfang durch. Sein Sohn Adam Wenzel am Anfang noch Protestant, trat aber 1610 zum Katholizismus über.

Die Teschener Piasten erloschen 1653 nach dem Tode von Herzogin
Elisabeth Lukretia.

Die Macht im Herzogtum Teschen übernahmen die Habsburger, die großen
Befürworter der Gegenreformation waren.

Der Karl XII von Schweden in der Altranstädter Konvention (1707) hatte
durchgesetzt, daß Kaiser Leopold I den evangelischen Schlesiern den Bau von
sechs Gnadenkirchen erlaubt. (Sagan, Freystadt, Hirschberg, Landeshut,
Militsch, Teschen).
Die Teschener Jesukirche ist die einzige dieser Kirchen, die noch als
evangelische Kirche benutzt wird.

1722 kam Teschen an Leopold von Lothringen.

Das Herzogtum wurde im Jahr 1742 von der preußischen Armee besetzt.
Schlesien wurde geteilt zwischen Preußen und Österreich.
Das Österreichische Schlesien bildeten Troppauer Schlesien und
Teschener Schlesien.

Schlesien

Im Bayerischen Erbfolgekrieg wurde 1779 der Friede von Teschen geschlossen.

In den Jahren 1798-1822 war Herzog Albert von Sachsen - Teschen der
Besitzer von Teschen und der Teschener Kammergütter. Er wurde dadurch
berühmt, daß er in Wien eine große Kunstsammlung gründete.
(so genannte "Albertina").

Die Österreichische Regierung hatte einige Zeit nach der Schlacht bei
Austerlitz (1805) ihren Sitz in Teschen.

Der Kaiser von Österreich-Ungarn Franz Josef I besuchte mehrmals die Stadt: 1851, 1880, 1890 und 1906.

Karte von Herzogtum Teschen 1893

Ende des XIX Jahrhunderts in Teschen bezeichnet starkes deutsches und
polnisches Kulturleben:

-1873 deutsches Staatsgymnasium, Realschule, Lehrerbildungsanstalt,
deutsches Museum, 1910 "Deutsches Theater", Deutsches Kulturhaus.

- seit 1895 privates polnisches Gymnasium, polnische Lehrerbildungsanstalt,
polnisches Nationalhaus, polnische Zeitung "Teschner Wochenblatt",(danach
"Teschner Sternchen").

Nach dem I Weltkrieg wurde die Stadt zwischen Polen und Tschechoslowakei
geteilt (1920) und der Fluß Olsa wurde zum Grenzfluß.
Polen erhielt den historischen Burgberg und die Altstadt, (Cieszyn),
die Tschechoslowakei die westliche Vorstadt und den Bahnhof (Cesky Tesin).
Die Besetzung des Olsa - Gebietes durch Polen im Oktober 1938 brachte
noch einmal eine kurzfristige Vereinigung der beiden Städte bis 1945.